Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Der Zeitbegriff aus philosophischer Sicht

Die Welt, in der wir leben, unterliegt einem stetigen Wandel: Was wir heute fühlen, sehen, hören, ist morgen schon Teil unserer Vergangenheit. Die Zeit schreitet unaufhaltsam voran und wir tun es mit ihr. Doch Zeit, was bedeutet das eigentlich? Die Philosophie liefert dazu mehrere Erklärungsansätze.

Der Zeitbegriff hat sich von der Antike über einen Zeitraum von zwei Jahrtausenden entwickelt. Zu Anfang beschäftigte sich die Philosophie vermehrt damit, was Zeit eigentlich bedeutet, bis die Einstein’sche Relativitätstheorie den Fokus auf die physikalische Auseinandersetzung mit dem Begriff lenkte. Die Zeit ist nach dieser Definition eine physikalische Größe und keine Sache, die wir vollständig und haptisch erfassen können. Die relativistische Kosmologie weist jedoch Ähnlichkeiten zum Zeitverständnis nach Aristoteles auf.

Der Zeitbegriff nach Aristoteles

Der Philosoph und Naturforscher Aristoteles stellte sich in Bezug auf den Zeitbegriff drei wesentliche Fragen. Er hinterfragte die Existenz der Zeit, befasste sich mit der Bewegung und dem Problem der Stetigkeit. Zeit ist nach ihm das, was wir durch das Jetzt abgrenzen. Doch ihr Dasein muss angezweifelt werden, denn wie kann etwas existieren, das zum einen Teil schon vergangen ist, zum anderen Teil aber noch vor uns liegt? Weiter ist die Zeit für Aristoteles unmittelbar an Veränderungen gebunden. „Veränderungen geschehen in der Zeit, aber von der Zeit selbst gilt das nicht. Sie selbst ist keine Bewegung, sondern das Maß jeder Bewegung.“  Verstanden werden kann diese Aussage so, dass die Zeit nicht die Bewegung selbst ist, sondern das Abzählbare an ihr.

Der Zeitbegriff nach Platon

Nach Platon liefert die Zeit eine Beschreibung der Spanne zwischen zwei Ereignissen oder stellt eine Abfolge von Veränderungen dar. Was die Zeit ausmacht, ist der Wandel, weshalb Platon sie als „bewegtes Bild der Ewigkeit“ bezeichnet. Charakteristisch sei außerdem ihre Unwiderruflichkeit; es gibt keinerlei Möglichkeit, in die Vergangenheit zurückzukehren. Betrachtet man den Dialog Timaios, lässt sich festhalten, dass die Zeit als das gesehen werden kann, was einmal war, ist und zukünftig sein wird.

Ist Zeit eine Illusion?

Die Zeit ist weder greifbar, noch können wir sie fühlen, riechen oder schmecken. Die Zeit ist das Jetzt, welches in der Sekunde schwindet, in der wir darüber nachdenken. Wir messen eine Sekunde anhand der Schwingungsdauer eines Caesium-Atoms und auch unsere Uhren spiegeln unsere Definition der Zeit wider, doch dies ist kein Beweis für die tatsächliche Existenz der Zeit. Ohne Frage existiert demnach unsere Wahrnehmung der Zeit und ist damit Teil unserer Realität. Zusätzlich kann festgehalten werden, dass Zeit Veränderung ist. Einen endgültigen Beweis für die Existenz der Zeit wird es wohl niemals geben.

Quelle: http://www.matthias-stroeckel.de/index.php/de/arbeiten/2011/weg-zeit (Zugriff am 12.06.2023)

Viel Spaß bei der Umsetzung im Unterricht!

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Über die Autorin

Lara Bechem

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