Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Sankt Martin – ein lebendiges Vorbild

Martin von Tours zählt zu den prominentesten Heiligen der katholischen Kirche. Ziel des Religionsunterrichts ist es, dass die Lernenden sich mit dem Leben und der Hagiografie Martins auseinandersetzen. Sie sollen die Erkenntnisse daraus auf ihr eigenes Leben übertragen können. Bei diesem Prozess kann euch das Arbeitsblatt „Martin von Tours – ein Vorbild?“ helfen.

Bedürfnisse erkennen

Die bekannteste Erzählung rund um Martin ist das Teilen seines Mantels mit dem Bettler. Das Besondere ist, dass Martin nicht aus Überfluss heraus teilt. Er teilt den einzigen Mantel, den er besitzt. Das bedeutet, dass er anschließend nur noch einen halben Mantel besitzt, um sich selbst zu wärmen. Macht dazu mit eurer Klasse ein Experiment. Gebt ihnen einige Minuten Zeit, alle Dinge zu notieren, die sie an diesem Tag schon verwendet haben (Kleidung, Technik etc.). Welche Dinge waren wirklich notwendig, welche eigentlich überflüssig? In einem zweiten Schritt sollen sie sich damit auseinandersetzen, wie es wäre, von den notwendigen Dingen jeweils die Hälfte abzugeben. Anschließend können entsprechende Konsequenzen miteinander diskutiert werden.

Die Botschaft Martins – bis heute aktuell

Martin zögert nicht. Not und Elend des Bettlers sind ihm unmittelbarer Antrieb zum Handeln. Ein solches Handeln konnte man auch in diesem Sommer wieder in den von der Flut betroffenen Gebieten in Bayern und Baden-Württemberg erleben, wie schon bei vorausgegangen Hochwassern in Niedersachsen (2023/24) oder Rheinland-Pfalz/Nordrhein-Westfalen (2021). Nicht zögern, sondern anpacken und helfen, nach diesem Motto brachten sich viele Menschen tatkräftig ein. In den Flutgebieten waren beispielsweise auch Notfallseelsorger der beiden großen Kirchen rund um die Uhr aktiv. Sie haben die Menschen und Einsatzkräfte betreut, ihnen zugehört und Trost gespendet. Eure Jugendlichen können entsprechende Beispiele recherchieren und präsentieren. Damit wird auch Medienkompetenz gefördert.

Die Botschaft Martins als Aufforderung

Abschließend könnt ihr mit euren Lernenden mithilfe der folgenden Leitfragen reflektieren, wie man handeln muss, wenn man die Botschaft aus der Martinserzählung ernst nimmt:

  • Wer braucht meine Hilfe?
  • Worin besteht seine/ihre Not?
  • Wie kann ich diese Not lindern?
  • Welche Opfer bin ich bereit zu bringen?
  • Wo sind meine Grenzen?

Gebt euren Lernenden Zeit und Raum, die Fragen in Ruhe zu beantworten.

Ich wünsche euch gutes Gelingen dabei, Martins Strahlkraft gemeinsam mit eurer Klasse lebendig werden zu lassen.

40 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.
Danke!

Über den Autor

Claudius Kretzer

Ich arbeite als Lektor und Autor in den Bereichen Philosophie/Ethik sowie Religion.

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

Nach oben