Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Was ist Würde? – Ein Vorschlag für die Verfassungsviertelstunde im Ethikunterricht

Sich jede Woche eine Viertelstunde mit den Werten der Verfassung auseinandersetzen? In bayerischen und thüringischen Schulen ist das als Teil der politischen Bildung fest verankert. Diese Idee lässt sich natürlich genauso in anderen Bundesländern anwenden! Für das Fach Ethik findet ihr hier dazu einen Vorschlag, wie ihr den Begriff „Würde“ mit euren Lernenden in kurzer Zeit betrachten könnt. Dazu stellen wir euch kostenlos ein Erklär-Audio zum Download zur Verfügung.

Die Verfassungsviertelstunde

In Bayern wurde als neues Element der politischen Bildung die „Verfassungsviertelstunde“ eingeführt: Innerhalb des gesamten Fächerspektrums soll in jeder Woche eine Viertelstunde darauf verwendet werden, sich „anhand aktueller und lebensnaher Beispiele mit zentralen Werten des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung auseinander [zu setzen], insbesondere mit den Grundrechten und den Werteprinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.“1

Wie diese Vorgabe an den Schulen konkret umgesetzt wird, kann natürlich ganz unterschiedlich aussehen. Soll es im Fach Ethik aber nun die geforderte kurze Einheit dazu geben, ist es ratsam, dabei gezielt auf einzelne Begriffe und Elemente der Verfassung zu schauen und diese mit den Lernenden zu erarbeiten. Als erstes bietet sich beispielsweise der Begriff „Würde“ an, der das zentrale Element der ersten Sätze des Grundgesetzes bildet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“2

Würde Icon

Erarbeitung des Begriffs „Würde“

Klasse 6

Spielt eurer Lerngruppe das Erklär-Audio vor. Lasst sie in eigenen Worten aufschreiben, wie dort der Begriff „Würde“ erklärt wird. Lasst einige Ergebnisse vorlesen oder am Whiteboard präsentieren und dazu die Bedeutung erklären. Vergleicht die von den Lernenden vorgestellten Ergebnisse mit dem Audio-Text (dazu könnt ihr den Mitlesetext einblenden). Überlegt anschließend mit den Lernenden, warum der Begriff in der Verfassung einen so prominenten Platz einnimmt.

Tipp: Zur Vereinfachung könnt ihr nur mit dem ersten Satz des Artikels 1 arbeiten.

Klasse 8

Lest in der Lerngruppe die ersten beiden Sätze des Grundgesetzes vor. Fragt dann eure Schülerinnen und Schüler in einer Blitzlicht-Runde, was sie unter dem Begriff „Würde“ verstehen. Spielt ihnen danach das Erklär-Audio vor (ggf. könnt ihr den Mitlesetext dazu am Whiteboard einblenden). Vergleicht die Vorstellungen, die die Lernenden genannt haben, mit der Erklärung des Audios. Zeigt den Lernenden danach das Sketchnote-Symbol von Würde (dieses findet ihr in diesem Blogbeitrag oder hier direkt zum Download) und diskutiert, ob diese Darstellung den Begriff, wie er im ersten Satz des Grundgesetzes vorkommt, angemessen umsetzt. Sammelt weitere Ideen, wie der Satz in einem Bild dargestellt werden könnte.

Klasse 11

Spielt eurer Lerngruppe das Erklär-Audio vor (ggf. könnt ihr dazu den Mitlesetext am Whiteboard einblenden). Gebt den Lernenden die Aufgabe, den Begriff der Würde nun in einem Symbol oder Bild darzustellen. Ggf. reichen dabei Skizzen, wenn die Zeit knapp ist. Lasst die Ergebnisse vorstellen und diskutieren, welche Symbole als besonders passend beurteilt werden.

Tipp: Habt ihr mehr Zeit als eine Viertelstunde, könnt ihr die Lernenden eine KI nach der Definition von Würde und passenden Symbolen fragen lassen. Vergleicht die Ergebnisse mit denen der Lerngruppe und stellt eine Rangfolge der Symbole auf. Diskutiert in der Gruppe, welche Aspekte bei der Bewertung im Vordergrund stehen und inwiefern das Ergebnis zur Definition der Würde in der Verfassung passt.

Kostenlos zum Download

Die hier vorgestellten Ideen eignen sich nicht nur dazu, eine Viertelstunde über die ersten Sätze des Grundgesetzes zu reflektieren. Sie können auch den Auftakt zu einer Unterrichtseinheit im Bereich politisches Handeln, Werte oder Gesellschaft bilden.

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Über die Autorin

Inga Piel

Ich bin Gruppenleiterin für den Bereich Religion/Ethik im Ernst Klett Verlag. Studiert habe ich Deutsch und Philosophie SII/SI auf Lehramt. Nach dem Staatsexamen und dem Referendariat habe ich zuerst drei Jahre als Lehrkraft an einem Gymnasium und einer Realschule unterrichtet, bevor ich dann durch einen Zufall auf ein Stellenangebot eines Verlages stieß. Ich wollte unbedingt etwas Neues ausprobieren, bin in die Verlagsbranche gewechselt und dort „hängengeblieben“. Denn es macht mir ebenso viel Spaß, gute Schulbücher herzustellen wie sie zu benutzen.

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