Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Besuch im Sri Kamadchi Ampal Tempel in Hamm

Im Mai 2023 führte eine Fortbildung zehn Mitarbeitende der Redaktion für Religion und Ethik zu einem Besuch im Sri Kamadchi Ampal Tempel in Hamm/Westfalen.

Die imposante Erscheinung des Tempels kannten viele Gruppenmitglieder schon aus den Medien und wir waren sehr gespannt darauf, einen Einblick zu erhalten. Mitten im Gewerbegebiet Hamm-Uentrop erhebt sich das farbenfrohe Gebäude, das von außen mit zahlreichen bunten Götterfiguren verziert ist. Ein deutscher Architekt plante es nach dem Auftrag der Gemeinde, wobei er sich von zahlreichen indischen Tempeln inspirieren ließ. Wie diese ist auch der Hammer Tempel zur aufgehenden Sonne nach Osten ausgerichtet. Im Zentrum der Verehrung steht die Hauptgöttin Sri Kamadchi Ampal.

Die Geschichte des Sri Kamadchi Ampal Tempels

Der shivaistische Priester Siva Sri Arumugam Paskarakurukkal stieg in den 1970er-Jahren als Flüchtling des Bürgerkriegs in Sri Lanka in Hamm aus einem Zug, blieb und gründete eine hinduistische Gemeinde. Ein Zufall, würden viele sagen. Göttliche Fügung – so sehen es Hindus. Noch immer ist der Priester selbst vor Ort und leitet die Gemeinde, die aus 6000 über ganz Deutschland verteilten Gläubigen besteht. Ihr Tempel ist der größte tamilische Hindu-Tempel in Kontinentaleuropa. Direkt neben dem Sri Kamadchi Ampal Tempel befindet sich die „Garage“ des Festwagens, der für feierliche Prozessionen genutzt wird. Ein an ihrer Wand befestigtes überlebensgroßes Banner mit dem Bild und Lebenslauf des Priesters in drei Sprachen macht deutlich, welche zentrale Rolle er für die Gemeinde spielt.

Nach einer Einführung auf dem Außengelände durften wir auch den Innenraum des Tempels betreten. Nachdem wir unsere Schuhe im Vorraum ausgezogen hatten – Leder darf aus Respekt vor der Kuh als heiligem Tier nicht getragen werden –, wurden wir zunächst zum im Mittelpunkt stehenden Schrein der Hauptgöttin geführt, der besonders groß und auffällig mit Blumen und Öllämpchen geschmückt ist. In vorgeschriebener Laufrichtung im Uhrzeigersinn gingen wir anschließend zu weiteren Schreinen mit verschiedenen Götterfiguren. Dem hinduistischen Glauben nach sind dies Wohnstätten der Göttinnen und Götter. Sie werden von den Gläubigen mit Reis zum Essen und Wasser zum Trinken versorgt. Um die Götter trotz des in der Nachbarschaft befindlichen Schlachthofs vom Bleiben im Tempel zu überzeugen, sorgen die Priester durch regelmäßige rituelle Waschungen der Götterfiguren mit Milch und Wasser für Reinheit. Dies erklärte uns die zahlreichen im Innenraum gelagerten Tetrapaks Milch, über die wir uns zuvor gewundert hatten.

Zum Abschluss des spannenden Vormittags durften wir schließlich noch den Anfang eines Gottesdienstes miterleben, der mit einem schrillen Signal eingeläutet wurde und am Schrein der Hauptgöttin begann. Die Gläubigen zogen dann begleitet von Gebeten des Priesters von einer Götterfigur zur nächsten weiter.

Unsere vielen Eindrücke und das, was wir über den Hammer Tempel sowie den hinduistischen Glauben erfahren haben, lassen sich natürlich nicht in nur einem Blog-Artikel unterbringen. Darum können wir euch einen eigenen Besuch des Tempels sehr ans Herz legen!

Informationen zum Tempel und den Öffnungszeiten findet ihr auf der Homepage der Gemeinde:

www.hinduistische-gemeinde-deutschland.de

Autorinnen: Barbara Nüllmann und Elisabeth Rudolph aus der Redaktion Religion/Ethik

17 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.
Danke!

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

Nach oben