Glücklicherweise wird es mehr und mehr zur Normalität, dass nicht nur das Bild von zwei Eltern mit einem oder mehr Kindern als Familie gilt, sondern Vielfalt auch in unseren Vorstellungen vom Familienbild Einzug gefunden hat. Familie bedeutet Respekt, Unterstützung und bedingungslose Zuneigung.
- Diese Werte können von Vater und Mutter, aber auch der Elternkonstellation Mutter/Mutter und Vater/Vater vermittelt werden. In diesem Fall sprechen wir von einer Regenbogenfamilie. Die Kinder darin können adoptiert sein, als Pflegschaft oder über künstliche Befruchtung/Samenspende/Leihmutterschaft zu ihren Eltern finden. Letzteres ist bisher nur im Ausland möglich.
- In einer Patchworkfamilie formt sich aus zwei nicht mehr bestehenden Familien eine neue Familie. Es bringen beispielsweise beide Elternteile Kinder aus einer vergangenen Beziehung mit in die Familie, die dann zu (Stief-)Geschwistern werden. Manchmal werden im späteren Verlauf der Beziehung gemeinsame Kinder geboren, die dann ebenfalls zur Ergänzung des Modells beitragen.
- In einer Wahlfamilie entscheiden sich Freund*innen, Bekannte oder Menschen, die dadurch zu diesen werden, gemeinsam zu leben und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Es gibt Modelle, in denen die Menschen dabei zusammenwohnen und solche, in denen es getrennte Wohnungen gibt. Da die klassische Ehe immer kürzer hält und Freundschaften dafür wichtiger werden, nimmt die Bedeutung solcher Modelle zu.
- Der Begriff Einelternfamilie existiert noch nicht lange und hatte es anfangs schwer, sich gegen klassische Familienkonstellationen durchzusetzen. Er steht neben dem Begriff des oder der „Alleinerziehenden“. Der Gesellschaft fiel (und fällt es manchmal noch) leichter, Kinder als zu einer Familie zugehörig anzusehen, wenn zwei Menschen die Verantwortung für diese tragen. In einer schnelllebigen Welt, in der viele das Gefühl von Sicherheit in sich selbst, ihrer Karriere und ihrem persönlichen Weg suchen und nicht mehr in anderen Menschen, entscheiden sich Menschen immer öfter bewusst für das Modell der Ein-Eltern-Familie. In anderen Fällen trennen sich Paare oder werden Frauen ungewollt schwanger und es kommt dadurch zu diesem Familienmodell. Ein Beispiel für diese unterschiedlichen Voraussetzungen sind die Influencerinnen Lara und Nina Piaskowy – eine der Schwestern entschied, da der Vater ihrer Tochter kein Interesse an dieser hatte, ihr Kind allein großzuziehen; die andere Schwester, auch fest im Leben stehend, wartete nicht auf den „richtigen“ Partner, sondern entschied sich für eine Samenspende und zieht ihre Tochter ebenfalls allein groß. Die beiden haben sich eine Karriere aufgebaut, sie geben ihren Kindern, was sie brauchen, um glücklich aufzuwachsen, und dafür sind sie nicht auf Partner*innen angewiesen.
Im Ethik- und Religionsunterricht könnt ihr diese Familienmodelle aufgreifen und die Lernenden beispielsweise dazu recherchieren und Plakate/Präsentationen erstellen lassen. Sie können dazu wie hier mit den Influencerinnen berühmte Beispiele vorstellen oder von Erfahrungen aus ihrem eigenen Umfeld berichten. Daran kann sich eine gesamte Unterrichtseinheit zum Thema „Familie“ anschließen (vgl. „Leben leben 1“ ab Seite 52 oder „Wege finden 1 ab Seite 20 bzw. Ausgabe NRW ab Seite 14).
Am 15. Mai sollten wir feiern, dass es Menschen gibt, die durch ihre Art und Weise, miteinander umzugehen und füreinander Verantwortung zu übernehmen, zu einer Familie werden. Und dies unabhängig davon, welches Geschlecht sie haben oder welche Lebensform sie bevorzugen.








Hinterlasse einen Kommentar