Nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan feiern Muslime das Fest des Fastenbrechens, wie läuft dieser Tag ab?
Wenn der Fastenmonat Ramadan zu Ende gegangen ist, sind Muslime traurig und froh zugleich. Einerseits geht eine besondere spirituelle Zeit zu Ende und auf der anderen Seite ist es eine Erleichterung und Freude, den Ramadan geschafft zu haben. In den anschließenden drei Tagen, dem Beginn des Montas Schawwal, wird dann das ʿĪd al-Fiṭr, das Fest zum Fastenbrechen, gefeiert. Am Ende des Ramadans werden durch die Zahlung der Zakat al- Fiṭr Bedürftige unterstützt. Wer kann, ist damit aufgefordert, den Bedürftigen vom eigenen Besitz abzugeben. Damit soll gewährleistet werden, dass auch sie an diesem Tag feiern können.
Wie wird das Fest des Fastenbrechens begangen?
Morgens beginnt der Tag recht früh, da man sich zur Moschee begibt, in der das Festgebet abgehalten wird. Die Stimmung auf dem Weg in die Moschee und vor der Gebetsstätte ist meistens sehr fröhlich und ausgelassen, die Menschen sind festlich gekleidet. Alle sind dabei, kleine Kinder und alte Menschen, alle sollen an dem Gebet teilhaben. Die Menschen begegnen sich und sind voller Freude, dass sie den Ramadan erfolgreich geschafft haben. Gemeinsam wird ein Gebet abgehalten, dem eine kleine Predigt folgt, in der man sich dankbar daran erinnert, dass man den Ramadan erleben durfte. Im Anschluss beglückwünschen sich die Menschen, es werden Süßigkeiten verteilt und an die Kinder werden kleine Geschenke ausgegeben. Viele Muslime besuchen ihre Familien an dem Tag, sind bei Freunden und Nachbarn eingeladen, manche besuchen auch gemeinsam die Gräber, um an liebe Verstorbene zu denken. An diesem Festtag darf keiner mehr fasten, alle sollen diesen Tag genießen können und zusammenkommen. So wie das Fasten im Ramadan ein Gottesdienst war, so ist auch das anschließende Fest, der gesamte Festtag ein Gottesdienst.

Bekommt man auch Geschenke, wie zu Weihnachten?
Viele Kinder und Jugendlich bekommen Geschenke, neue Kleidung oder Geld zum ʿĪd al-Fiṭr überreicht. Aber nicht alle Muslime feiern diesen Tag intensiv, je nach religiöser Verfasstheit der Familie spielen Ramadan und das Fest des Fastenbrechens in der Familie eine große oder eben weniger bedeutende Rolle.
Gratuliert man zum ʿĪd al-Fiṭr, dem Fest des Fastenbrechens?
Ja, denn das ist ein richtiges Fest und es ist üblich, sich gegenseitig zu gratulieren. Die Menschen begegnen sich und beglückwünschen sich mit „Gesegnetes Fest!“ (arab.: „ʿId Mubarak!“, türk.: „bayramınız mubarek olsun!“) oder „Schöne Feiertage!“
Und wie ist das mit der Schule – muss man da etwas beachten?
In den meisten Bundesländern ist es muslimischen Lernenden gestattet, an diesen Tag vom Schulunterricht befreit zu werden, um mit der Familie feiern zu können. Dazu können sie sich an ihre Klassenleitungen wenden und ihnen mit einem formlosen Schreiben mitteilen, dass sie an diesem Tag aus Anlass des Fests zum Fastenbrechen nicht am Unterricht teilnehmen werden. Manchmal kommt es vor, dass an diesem Tag Klausuren oder Tests geschrieben werden. Das bedeutet dann zusätzlichen Stress für muslimische Lernende, da sie einerseits entscheiden müssen, ob sie dann nachschreiben oder ob sie auf das Fest verzichten und zur Schule gehen. Das ist in etwas so, als ob man an Weihnachten eine Matheklausur schreibt. Hier wäre Fingerspitzengefühl wünschenswert, um allen ein fröhliches Fest zu ermöglichen. Und statt Hausaufgaben kann man ja für diesen Tag einen Gutschein für Hausaufgaben-Frei verschenken 😊.
Und warum feiern manche Muslime an dem einen Tag und andere am darauffolgenden Tag?
Das Ende des Fastenmonats Ramadan und damit auch der Beginn des Festes richten sich nach dem Stand des Mondes. Am Abend des letzten Tages im Monat Ramadan wird dies durch muslimische Gelehrte festgelegt. Wird der Neumond gesichtet, beginnt am nächsten Tag das Fest, sieht man den Mond nicht, wird noch ein Tag gewartet und das Fest beginnt erst dann. Eine andere Möglichkeit ist die Berechnung des Mondverlaufes. Sie ermöglicht, den Festtag schon vorher zu datieren. Beide Bestimmungsmethoden werden seitens der Muslime und ihrer Gemeinschaften praktiziert. Das kann dazu führen, dass das Fest an zwei unterschiedlichen, aber aufeinanderfolgenden Tagen beginnt und somit eine Gruppe muslimischer Schülerinnen und Schüler an einem Tag das Fest feiert und die andere Gruppe erst einen Tag später. Beide Methoden sind aus islamrechtlicher Norm legitim. Es ist zu empfehlen, dass sich Schulen mit vielen muslimischen Lernenden auf diese Variabilität einstellen.
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Empfehlenswert sind auch die Bücher:
Sohaib, Sultan: Der Koran für Dummies, WILEY-VCH Verlag, Weinheim, 2006
Reidegeld, Ahmad: „Handbuch Islam“, Spohr Verlag, 2008








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