Rund um das Osterfest haben sich weltweit unterschiedliche Bräuche entwickelt. Die meisten dieser Bräuche stehen noch in Zusammenhang mit der christlichen Osterbotschaft. Daher sind sie gut geeignet, um über sie einen Zugang zu dieser Botschaft im Unterricht aufzubauen.
Internationale Beispiele
Ein besonderer Brauch zum Ende der Fastenzeit kann in Irland erlebt werden. Traditionell ist Fisch eine wichtige Fastenspeise. Auf Fleisch wird hingegen in der Fastenzeit verzichtet. Um das Ende dieser Fastenzeit zu feiern, wird in Irland an Ostern ein Hering in einer Art Prozession durch die Orte getragen und dabei von den Menschen beschimpft. Den Höhepunkt dieser Veranstaltung bildet dann „die Beerdigung“, wobei der Fisch ins Wasser geworfen oder zerteilt wird.
Am „Lany poniedziałek“, dem „gegossenen Montag“ bespritzen sich in Polen Menschen mit Wasser. Dabei kann auch schon einmal ein ganzer Eimer Wasser einer anderen Person über den Kopf gegossen werden. Seine Ursprünge hat dieser Brauch in alten Traditionen, mit denen das Frühjahr begrüßt werden sollte. Das Christentum hat diese Tradition adaptiert. Das Wasser erinnert an die Taufe und hat im Christentum symbolische Bedeutung, da es den Menschen von seinen Sünden reinigen soll.
Noch kurioser ist der Raketenkrieg von Chios. Dieser Brauch ist nicht nur gefährlich, sondern teilweise auch illegal. Auf der griechischen Insel Chios beschießen sich in der Osternacht zwei Kirchengemeinden aus einem Dorf mit mehreren Tausend Feuerwerksraketen. Der Brauch geht wohl auf die Zeit der osmanischen Besatzung zurück, in der die Feier des Osterfestes nicht erlaubt war. Um dennoch Ostern feiern zu können, wurde ein Krieg inszeniert. Einen Eindruck des Spektakels bekommt ihr in diesem Video.
Lokale Osterbräuche in Deutschland
Neben internationalen Bräuchen gibt es aber auch in Deutschland einige besondere Osterbräuche zu entdecken. Ein Beispiel ist die Krachnacht in Hallenberg im Sauerland, wo in besonderer Weise mit viel Lärm die Auferstehung gefeiert wird. Ein Video bietet einen Eindruck dieser Tradition.
Ein weiteres Beispiel ist der Osterstorch in Ostheim vor der Rhön. Dort erhalten die Kinder einen gebackenen Storch an Ostern. Das zweifarbige Gefieder der Störche soll die Beziehung zwischen Gott und den Menschen symbolisieren. Die Tatsache, dass Storche nach dem Winter immer wieder zurückkehren, wird dabei als ein Symbol für die Auferstehung Jesu gedeutet.
Die beiden Beispiele sollen dazu anregen, eure Lernenden im eigenen Umfeld entsprechende Bräuche zu recherchieren und entdecken zu lassen.
Umsetzung im Unterricht
Die Osterbräuche sollten von den Lernenden in kurzen Präsentationen mit Bildern oder Videos vorgestellt werden. Während in lernstarken Gruppen die Themen eigenständig recherchiert werden sollten, können als Hilfe auch konkrete Bräuche vorgegeben werden (als überregionale Beispiele das Eierrollen in Schottland, mit dem an das Wegrollen des Steines vor dem Grab Jesu erinnert wird oder die Purzelbäume am Ostermorgen in der Schweiz als Ausdruck der Osterfreude).
Ich wünsche euch und euren Lernenden eine abwechslungsreiche Osterzeit!








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