Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Menschenrechte für Affen? Umgang mit Tierrechten

Unser Umgang mit Tieren ist geprägt von Widersprüchen: Im März bangten Millionen von Menschen um das Leben eines in der Ostsee verirrten Buckelwals, andererseits werden zu Ostern große Mengen Eier aus Massentierhaltung gegessen oder Sonnencreme benutzt, deren Wirkung in Tierversuchen geprüft wurde.

Tierversuche – ethisch vertretbar?

Der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April soll jedes Jahr wieder die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass Millionen Tiere für wissenschaftliche Zwecke schmerzhaften und unter Umständen auch tödlichen Prozeduren unterworfen werden. Tierversuche werden dabei in der medizinischen Forschung, aber auch zu kommerziellen Zwecken, zum Beispiel in der Kosmetikindustrie, eingesetzt. Der Grund dafür ist in der Regel, dass die Verträglichkeit eines Medikaments oder Produkts getestet werden muss, bevor es zugelassen werden kann. Immer mehr Menschen wünschen sich jedoch, dass Wissenschaft und Forschung darauf verzichten, Tieren Leid zuzufügen. Sie berufen sich dabei auf das Tierschutzgesetz:

Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.1

Einige gehen noch weiter und setzen sich dafür ein, dass Tiere im Gesetz mehr eigene Rechte zugesprochen bekommen. In der Schweiz wurde sogar 2022 in Basel darüber abgestimmt, ob Primaten bestimmte Grundrechte – Recht auf Leben, Recht auf körperliche/geistige Unversehrtheit) zugestanden werden sollten. Damit wären Tierversuche für diese Gruppe von Tieren generell ausgeschlossen.

Diskussion über Tierversuche im Ethik- und Philosophieunterricht

Zum Einstieg in eine Stunde zum Thema Tierversuche könnt ihr ein kurzes Video zum Thema „Menschenrechte für Affen“ zeigen, das ihr hier downloaden könnt:

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Lasst die Lernenden zum Thema Tierversuche recherchieren und Informationen zu folgenden Bereichen zusammentragen:

  • In welchen Bereichen in Wissenschaft und Forschung werden Tierversuche eingesetzt?
  • Wozu dienen diese Versuche?
  • Gibt es Alternativen zu Tierversuchen? Wenn ja: Wie gut sind sie im Vergleich?
  • Welche Argumente werden für und gegen Tierversuche vorgebracht?

Gestaltet eine Podiumsdiskussion, in der die Lernenden sich über die unterschiedlichen Positionen austauschen, zum Beispiel in folgenden Rollen: Tierrechtsaktivisten, die grundsätzlich gegen Tierversuche sind, Vertreter eines Pharmaunternehmens, das auf Tierversuche weitgehend verzichtet, ein Professor der Medizin, der für seine Forschung an neuen Medikamenten auf Tierversuche nicht verzichten will. Bestimmt einen Moderierenden, der auch Meldungen aus dem Publikum entgegennehmen und weitergeben darf. Am Schluss der Diskussion sollten die Lernenden sich für eine Position entscheiden und diese in einem kurzen Statement begründen.

Diskutiert abschließend, was diese Diskussion über das Verhältnis von Mensch und Tier aussagt.

Wenn ihr einen Schritt weitergehen wollt, können die Lernenden das Video noch einmal ansehen und die beiden Abschlussfragen zur Abstimmung über Menschenrechte für Tiere bearbeiten:

  • Was sind Argumente für und gegen die Forderung?
  • Wie hättest du dich bei der Abstimmung entschieden?

An diese Einheit kann sich dann eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Tierethik anschließen.

1 § 1 Tierschutzgesetz (Tierschg). Unter: https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__1.html (Zugriff 01.04.2026)

Tipp: Hier findet ihr weitere Artikel, die sich mit dem Verhältnis von Menschen und Tieren beschäftigen:

Nehmt den Welttag gegen Tierversuche zum Anlass, über das Verhältnis von Menschen und Tieren an diesem ganz konkreten Beispiel nachzudenken.

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Über die Autorin

Inga Piel

Ich bin Gruppenleiterin für den Bereich Religion/Ethik im Ernst Klett Verlag. Studiert habe ich Deutsch und Philosophie SII/SI auf Lehramt. Nach dem Staatsexamen und dem Referendariat habe ich zuerst drei Jahre als Lehrkraft an einem Gymnasium und einer Realschule unterrichtet, bevor ich dann durch einen Zufall auf ein Stellenangebot eines Verlages stieß. Ich wollte unbedingt etwas Neues ausprobieren, bin in die Verlagsbranche gewechselt und dort „hängengeblieben“. Denn es macht mir ebenso viel Spaß, gute Schulbücher herzustellen wie sie zu benutzen.

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