Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Unsere Buchtipps für den Sommer

6 Wochen Ferien stehen vor der Tür – endlich Zeit für ein gutes Buch! Passend dazu hat unsere Redaktion 6 persönliche Buchtipps für den Sommer: für jede Ferienwoche einen. Viel Spaß beim Lesen!

Zwei Wochen am Meer

R.C. Sherriff
Unionsverlag
346 Seiten, ISBN: 978-3-293-00604-1

Dulwich, England, 1930er Jahre: Familie Stevens – Mr. Stevens, Mrs. Stevens, Dick und Mary – fährt für zwei Wochen in das Seebad Bognor in den Urlaub. Wie in den letzten 20 Jahren, immer in die Pension „Seaview“, immer mit dem gleichen Programm. Hier könnte ich mit der Beschreibung des Buches einfach aufhören, denn es passiert weiter nicht viel: die Hinfahrt, Spaziergänge, das Mieten einer Strandhütte, eine Einladung zum Tee und ein kleiner Urlaubsflirt (selbstverständlich in bürgerlich schicklichen Grenzen) sind schon die Höhepunkte dieser Sommerfrische. Dazu kommen die Gedanken der beteiligten Personen, die in ihrer freien Zeit auf ihre Träume, Wünsche und ihr Leben schauen, Erinnerungen wachrufen und sich die Zukunft ausmalen. Die Grundstimmung ist dabei etwas melancholisch, denn allen ist klar, dass die Tage der gemeinsamen Urlaube im Seaview gezählt sind. Wer sich also auf einen Urlaub am Meer vorbereitet und sich besonders darauf freut, dass dort im Gegensatz zum Alltag nichts passiert, wird diesen nostalgischen Rückblick auf die „gute alte Zeit“ zur Einstimmung lieben.

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Bevor ich es vergesse

Anne Pauly
Luchterhand
176 Seiten, ISBN 978-3-630-87668-9

Das „Lieblingsbuch des französischen Buchhandels“ beginnt im Krankenhaus, als die Ich-Erzählerin Anne zusammen mit ihrem Bruder die wenigen Dinge ihres gerade verstorbenen Vaters einpackt. Während sie die Beerdigung organisiert und das Elternhaus versucht auszuräumen, blickt sie mit widersprüchlichen Gefühlen zurück auf ihre Beziehung zum Vater. Einerseits ist da der Mann mit seiner Begeisterung für fernöstliche Philosophie, der ihr das Auswechseln von Steckdosen beigebracht hat und ihr durchaus nahestand. Anderseits hat der Vater als Alkoholiker für ständige Spannungen in der Familie gesorgt. Anne fragt sich: Hätte sie sich intensiver um ihn kümmern müssen? Wer war ihr Vater wirklich, und was steckt hinter der Beziehung zu seiner Jugendfreundin Juliette?

Was so ernst klingt, ist tatsächlich mit großer Selbstironie, viel (schwarzem) Humor und Warmherzigkeit geschrieben – und ist deswegen ein wunderbares Leseerlebnis über eine Tochter-Vater-Beziehung und das Abschiednehmen.

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Miss Bensons Reise

Rachel Joyce
FISCHER Taschenbuch
480 Seiten, ISBN: 978-3-596-03141-2

Mit dem Buch „Miss Bensons Reise“ von Rachel Joyce kann man ganz bequem ans andere Ende der Welt reisen, sich in Abenteuer stürzen und mit den beiden Hauptprotagonistinnen mitfühlen – in witzig skurrilen, aber auch in traurigen Momenten.

Margery Benson und ihre junge Assistentin Enid Pretty wagen sich auf den Weg nach Neu-Kaledonien, um ihre Lebensträume wahr zu machen. Dabei entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Diese Geschichte berührt nicht nur mit der Magie der Freundschaft, sondern gibt auch Hoffnung und macht Mut, an seine Träume zu glauben.

In diesem warmherzigen und unterhaltsamen Roman geht es letztendlich nicht nur um eine Reise um die halbe Welt, sondern um eine Reise zu sich selbst.

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12 Stockwerke.
Mein unglaubliches Zuhause am Ende der Welt

Arndís Thórarinsdóttir, Hulda Sigrún Bjarnadóttir
Arena Verlag
336 Seiten, ISBN 9783401607016

Ein Kinder- und Jugendbuch ab 10 Jahren

Eigentlich hatte sich Dagny auf den Ferienausflug mit ihrer Familie gefreut. Vor allem darauf, endlich ihre Oma kennenzulernen, die auf einer Insel wohnt. Allerdings scheint die Oma sich kein bisschen über den Besuch zu freuen. Überhaupt – die ganze Insel ist seltsam und alle knapp 200 Bewohner leben zusammen in einem Hochhaus. Dagnys bisheriges Leben wird auf den Kopf gestellt, z. B. muss sie sich auf der Insel den Strom für ihr Smartphone auf einem Hometrainer selbst erzeugen ☹ Leider kann die Familie nicht mehr zurück aufs Festland …

Viele Themen werden hier wild und klug zusammengewürfelt: das Leben in einer Kommune, Familiengeheimnisse und YouTube sind nur einige davon. Im Hintergrund kommen viele tiefgehende Themen zur Sprache, wie Solidarität, Mitgefühl und Respekt für ganz unterschiedliche Lebensentwürfe.

Ein originelles, spannendes und schräges Buch mit herrlichen Hauptfiguren, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

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Barbara stirbt nicht

Alina Bronsky
Verlag Kiepenheuer & Witsch
256 Seiten, ISBN 978-3-462-00440-3

Widerwillig muss Rentner Walter eines Morgens feststellen, dass seine Frau Barbara und das ganze von ihr aufrechterhaltene System seines Alltags plötzlich nicht mehr funktionieren: Barbara legt sich ins Bett und steht nicht mehr auf.

Zunächst reagiert Walter mit aus seiner Sicht berechtigtem Zorn, denn er hat – weit entfernt von den heutigen Idealen der Gleichberechtigung – niemals gelernt, sich selbst Kaffee zu kochen oder gar ein Mittagessen zuzubereiten. Doch nach und nach weicht seine Empörung zunehmender Sorge um seine Frau, die er erst richtig zu schätzen lernt, als es fast schon zu spät ist.

Gerührt schauen wir dabei zu, wie Walter versucht, selbst den Haushalt zu schmeißen, und gleichzeitig die ersten unbeholfenen Schritte in die Außenwelt und ins Internet unternimmt, um Hilfe zu suchen. Denn Walter hat sich eins fest vorgenommen: Barbara wird nicht sterben!

Ein gleichermaßen humorvolles wie berührendes Buch, das zum Nachdenken darüber anregt, was das wirklich Wichtige im Leben ist.

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Vielen Dank für diese sommerlichen Lese-Inspirationen an Inga, Verena, Kerstin, Gaby, Barbara & Barbara. 🌞

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Unsere Buchtipps aus dem letzten Sommer

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