Bedeutung der Arbeit aus verschiedenen Blickwinkeln
Arbeit und ein erfülltes Leben
Für die Gestaltung unseres Lebens und den Erhalt eben dieses, ist es undenkbar, auf die Arbeit zu verzichten. Doch in der Philosophie gibt es auch andere Positionen: Auf den ersten Blick lehrt uns Aristoteles, dass wir das Glück finden würden, wenn wir unsere Zeit mit Nichtstun, Denken und einfachem Sein verbringen würden; nicht aber, wenn wir sie zum Arbeiten vergeuden. Kann das so stimmen? Der schweizerische Philosoph Willi Fillinger spricht mit den Besuchenden seiner philosophischen Praxis beispielsweise darüber, dass wir durch eine erfüllende Tätigkeit Selbstbestimmung erlangen und ein Verhältnis zur Welt aufbauen können. Schlussendlich gäbe die Arbeit unserem Leben einen tieferen Sinn, weil wir durch sie das Gefühl erleben dürfen, gebraucht zu werden. Nach Martin Luther, welcher den Begriff der „Berufung“ prägte, hatte gute Arbeit denselben Wert wie Beten und Fasten, stand also in direktem Zusammenhang mit einem gottgerechten Leben.
Festzuhalten ist demnach, dass die Philosophie, wenn sie sich mit der Frage eines erfüllten Lebens beschäftigt, in großem Maße davon ausgeht, dass zur Erfüllung dieses Aspekts eine Tätigkeit ausgeführt werden muss, die eine Beziehung zur Welt und zu den Mitmenschen herstellt, sich uns nützlich fühlen lässt und unsere Fähigkeiten zu Tage treten lässt. Bei der erneuten Auseinandersetzung mit Aristoteles Worten bezüglich der Arbeit wird deutlich, dass er auf genau diesen Punkt abzielt. Es geht bei ihm nicht darum, schlichtweg nichts zu tun, sondern darum, nicht irgendeine Tätigkeit zu verrichten, sondern einer Arbeit nachzugehen, die aus einer Tätigkeit und einem Schaffen besteht und letztlich dazu dient, etwas in seiner Umgebung zu bewirken. Es stellt sich nun die Frage, ob der Beruf, dem eine Person nachgeht, eine solche Tätigkeit sein kann, was zu den oben genannten Positionen Luthers und Fillingers führt, die diese mit unterschiedlichen Begründungen bejahen würden.
Aufgreifen der Frage nach Arbeit als Berufung im Religions- und Ethikunterricht
Im schulischen Kontext ist es daher wichtig, Lernende auf ihrem Weg zur Selbstfindung zu unterstützen, indem sie die Bedeutung von Arbeit für ihr Leben im Unterricht reflektieren. Mithilfe des Arbeitsblattes (Download s.u.) kann eine Diskussion zum Wert der Arbeit im Unterricht angestoßen werden:
- Zunächst wird eine gemeinsame Grundlage geschaffen, indem die Begriffe „Beruf“ und „Berufung“ zunächst allein und dann in der Lerngruppe definiert werden.
- Danach überlegen sich die Lernenden, welche Erwartungen sie an ihre zukünftige berufliche Beschäftigung haben.
- Anschließend führen sie eine Recherche zu dem Thema durch. Dazu benutzen sie die angegebenen Links und können die gefundenen Informationen durch weitere Recherchen ergänzen.
- Mithilfe der Rechercheergebnisse bearbeiten die Lernenden die restlichen Arbeitsaufträge, die in der Lerngruppe besprochen werden.
- Abschließend kann sich eine Diskussion aus der letzten Frage ergeben.
- Die Links zu Beruf(ungs)findung können genutzt werden, um im Anschluss die Lernenden dazu zu ermutigen, sich über mögliche Berufe zu informieren. So könnten sie zum Beispiel als Hausaufgabe aufgefordert werden, einen Beruf, der für sie auch Berufung sein könnte, in einem Steckbrief vorzustellen.
Im Folgenden sollten weiterhin die Fähigkeiten und das Können der Lernenden anerkannt werden, um ihnen den Weg zu den für sie passenden beruflichen Zukunft zu eröffnen. Sie könnten dazu zum Beispiel auch im Rahmen von Berufserkundungs-Projekten Praktika absolvieren, die den eigenen Wert steigern und bei denen ihnen deutlich gemacht wird, dass es entscheidend ist, nicht nur den Beruf, sondern die Berufung in der Tätigkeit zu finden.
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Die Gesellschaft ist verpflichtet, den neuen Generationen aufzuzeigen, welchen immensen Wert Arbeit hat. Denn nur wenn die Arbeit als sinnstiftend und lebensbereichernd anerkannt wird, werden die Menschen zukünftig gewillt sein, dieser nachzugehen.








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