Am Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember werden all jene gewürdigt, die durch großes persönliches Engagement eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben. Was macht das Ehrenamt aus und welche Motivation steckt dahinter? Wir haben mit einer ehrenamtlich tätigen Lehrerin aus Dortmund ein Interview geführt.
Mein Name ist Gaby Krökel und ich bin Grundschullehrerin an einer Schule im sozialen Brennpunkt von Dortmund. Ehrenamtlich gestalte ich die Familienkirche der Gemeinde St. Clara Dortmund-Hörde mit.
Welches Ehrenamt übst du aus und wie sehen deine Tätigkeiten dafür aus?
Ich arbeite ehrenamtlich seit vielen Jahren in unserer Gemeinde mit und gestalte unterschiedliche Angebote für Kinder und Eltern. Dazu gehören die Organisation der Sternsingeraktion, die Gestaltung von Mini-Gottesdiensten für die Kleinsten und Gottesdienste und Treffen von Familien (Meet&eat) innerhalb der Familienkirche.
Wie bist du zu deinem Ehrenamt gekommen?
Seit meiner Jugend arbeite ich ehrenamtlich in unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden mit und wollte mich auch nach unserem Umzug in unser Haus und der Geburt unserer Kinder wieder einbringen. So fing ich im Team des Mini-Gottesdienstes an. Im Laufe der Zeit kamen andere Aufgaben dazu und das neue Projekt „Familienkirche“ wächst. Hier vereinen sich viele unterschiedliche Angebote für Familien, die neue Wege suchen und gehen, um Menschen miteinander und mit Gott in Kontakt zu bringen.
Hat dein Beruf als Lehrerin Einfluss auf deine ehrenamtliche Tätigkeit (oder umgekehrt)?
Beides bedingt sich. Durch meinen Beruf habe ich viel Erfahrung im Umgang mit Kindern, ansprechenden Materialien, Spielen und Erzähltechniken. Mein Repertoire erweitere ich wiederum in der Familienkirche, lerne neue Dinge kennen und entdecke dabei auch immer mehr die Arbeit mit Erwachsenen für mich. Und das wiederum kann ich in meinem Berufsalltag nutzen.
Hast du das Gefühl, dass ehrenamtliche Tätigkeit in unserer Gesellschaft ausreichend sichtbar ist?
Nein, das ist sie nicht. Viele Dinge sind so selbstverständlich in unserer Gesellschaft und oft vergessen wir, dass es Menschen braucht, die sich Zeit nehmen, um Ideen und Aktionen zu organisieren und durchzuführen. Wer das ist, was er oder sie so alles tut und das dies wertvoll für uns als Gesellschaft ist erhält weder in der Zeitung noch in den sozialen Netzwerken viel Aufmerksamkeit. Dabei ist es für die Ehrenamtlichen selbst meist gar nicht wichtig „sichtbar“ zu sein, aber der Wert ihrer Arbeit für uns alle ist extrem groß und sollte im „Sichtfeld“ aller Menschen sein.
Wenn du Unentschlossene für ein Ehrenamt begeistern müsstest, was würdest du ihnen sagen?

Öffne dein Herz!
Hör auf das, was dir wichtig ist und was du kannst und setze es ein! Schau dich an, sieh deine Talente! Was machst du mit ihnen? Wie können sie für uns alle wertvoll werden?
Fang klein an …
Was schaffst du in deinem Alltag?
Nichts ist für die Ewigkeit …
Welche Dinge möchtest du JETZT tun? Bleibe offen und mutig, Neues auszuprobieren und lass Altes auch mal los.
Vielen Dank für das Gespräch, liebe Gaby Krökel!
Zum Weiterlesen
In diesem Blogbeitrag könnt ihr euch eine kostenlose Podcastfolge zum Thema Ehrenamt herunterladen.








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