Die Darstellung jüdischen Lebens in Schulbüchern bediente in der Vergangenheit häufig Klischees: Viele von euch kennen sicher noch Bücher, in denen Juden und Jüdinnen entweder vor allem als Opfer im Zusammenhang mit dem Holocaust oder als Gläubige einer mysteriösen und fremdartigen Religion dargestellt wurden. Inwiefern sich diese klischeehaften Darstellungen in den letzten Jahren geändert haben, zeigt ein aktuelles Interview des Vorsitzenden des Verbandes Bildungsmedien und Klett Verlagsleiter Ilas Körner-Wellershaus im DeutschlandfunkKultur.

Immer wieder gehen Meldungen über antisemitische Anfeindungen oder Übergriffe auf jüdische Gläubige durch die Presse. Eine wichtige Aufgabe von Schule ist es, solchen Auswüchsen entgegenzuwirken und antisemitischen Ressentiments entgegenzutreten. Ein wichtiger Baustein ist dabei, ein klischeefreies Bild des modernen Judentums zu zeigen. Dazu leisten auch Schulbücher ihren Beitrag. Wie das geschieht, könnt ihr in diesem Interview nachhören:
Darstellung des Judentums in Religions- und Ethikbüchern in der Vergangenheit
Noch vor wenigen Jahren wurde das Judentum in Religions- aber auch in Ethikbüchern – nicht zuletzt durch die entsprechend gefärbten Lehrplanvorgaben geprägt – vornehmlich als Religionskunde dargestellt, oft durch die „christliche Brille“: Welche gemeinsamen Wurzeln gibt es? Wo hören die Gemeinsamkeiten auf? Wie vergleichbar sind zum Beispiel Gottesvorstellungen? Oder die jeweiligen Feiertage? Auf das jüdische Leben, das als ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft in Deutschland heutzutage stattfindet, hat man viel zu lange viel zu wenig geschaut.
Wie gehen wir heute mit dem Thema um?
Durch die Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden hat sich dieser Blick nun deutlich verschoben. In Workshops und Fortbildungen haben wir, die Redakteurinnen und Redakteure des Ernst Klett Verlags, uns mit dem Thema beschäftigt und weitergebildet. Und die Konsequenzen daraus lassen sich in unseren Schulbüchern der neuesten Generation ablesen: Die Darstellung modernen jüdischen Lebens in unserer Gesellschaft spielt neben den rein religionskundlichen Informationen eine angemessene Rolle. Die Bücher zeigen jüdische Religion und Kultur, ohne sie ständig an den christlichen Vorstellungen zu „messen“. Es geht auch darum, das Miteinander der Religionen in der Gesellschaft zu betonen. Holocaust und Shoah werden weiterhin thematisiert, um zu lebendiger Erinnerung aufzurufen. Darüber hinaus ist es mittlerweile auch selbstverständlich, dass wir für die Erarbeitung der betreffenden Kapitel in Schulbüchern jüdische Expertise von außen einholen, um sicherzustellen, dass sich nicht doch noch überkommene Klischees eingeschlichen haben. So sehen wir uns auf dem Weg, jüdische Vielfalt in unseren Büchern so abzubilden, wie sie heute bei uns gelebt wird.
Überzeugt euch selbst durch einen Blick in unsere neuen Religions- und Ethikbücher!








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