Dürren und Fluten als Folge des Klimawandels gefährden unmittelbar die Lebensgrundlage von weltweit über 2,5 Milliarden Menschen, die direkt von der Landwirtschaft leben. An der Columbia Universität in New York haben Forscherinnen und Forscher ausgerechnet, dass bis zum Jahr 2100 durch fehlenden Klimaschutz alleine 74 Millionen Menschen zusätzlich nur durch Hitze sterben werden. Theologie und Religionsunterricht müssen angesichts dieser Entwicklung beweisen, dass sie helfen können, aus dem Glauben heraus mit dieser Situation umzugehen.
Schöpfung bewahren und Nachhaltigkeit: Impulse aus der Bibel für den Religionsunterricht im neuen Leben gestalten
Biblische Texte sind häufig aus anthropozentrischer Perspektive interpretiert worden. Dadurch haben Auslegungen zugunsten einer ausbeuterischen Lebensweise stattgefunden. Das bekannteste Beispiel ist der Herrschaftsauftrag aus Gen 1,26–28. Bei genauer Betrachtung verlangen die Texte der Bibel das Gegenteil. Sie fordern einen Umgang mit der Umwelt, der auf dem Bild des Menschen als Repräsentanten Gottes basiert. Nicht herrschen, sondern hegen und pflegen sind der Auftrag des Menschen (vgl. Gen 2,15; Num 35,33–34; Dtn 22,6–7). In Leben gestalten 1 findet ihr auf den Seiten 58/59 und auf Seite 216/217 Anregungen, wie der Herrschaftsauftrag mit den Lernenden erschlossen werden kann. Hier könnt ihr euch eine Vorschau der Seiten ansehen.
Mithilfe der zugehörigen Kopiervorlage können die Lernenden anhand eines Puzzles den Text zur Schöpfung (Gen 1,1–2,4a) zunächst selbst erarbeiten.
Die Propheten ermahnen zu gerechtem Handeln
Die biblischen Propheten mahnen immer wieder gerechtes Handeln an (vgl. Am 5,24). Gerechtigkeit bedeutet, dort zu helfen, wo Hilfe nötig ist und Menschen Schaden droht. Missachtung der Schöpfung ist folglich höchst ungerechtes Handeln, da die Folgen des eigenen Handelns (zum Beispiel in Form von Klimaschäden) andere Menschen und kommende Generationen überproportional hart treffen.
Leben gestalten 2 thematisiert im ersten Kapitel die prophetische Forderung nach einer gerecht gestalteten Welt. Das Kapitel lädt mit seinem Projekt (vgl. S. 13) die Lernenden dazu ein, sich konkret einzusetzen und den Worten Taten folgen zu lassen. Schaut doch einmal rein!
In Bezug auf das Handeln der Prophetinnen und Propheten könnt ihr mit euren Lernenden die folgenden Fragen diskutieren:
- Für welche Themen ist ein Protest sinnvoll?
- Was motiviert Menschen, an einem Protest teilzunehmen?
- Können die Menschen durch ihren Protest Veränderungen herbeiführen?
- Ist ein Protest während der Schulzeit sinnvoll?
- Für welches Thema bist du bereit, auf die Straße zu gehen?
Nachhaltiges Handeln als aktive Nächstenliebe
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (vgl. Lk 10,25–37) zeigt, dass der Nächste immer der ist, der gerade meine Hilfe braucht. Das Gebot der Nächstenliebe ist folglich die unmittelbare Aufforderung, sich dafür einzusetzen, die Schöpfung zu bewahren, da viele Menschen akut durch unökologisches Verhalten anderer bedroht sind und sich nicht selbst helfen können. Das Gebot der Nächstenliebe ist daher zwangsläufig auch das Gebot zu nachhaltigem Handeln. Diese Aktualität des Gleichnisses wird in Leben gestalten 3 aufgegriffen werden.
Ich wünsche euch, dass es euch gelingt, den Blick eurer Lernenden auf die Verantwortung für die Welt zu lenken. Daraus kann Hoffnung für die Zukunft der Schöpfung und des Klimas resultieren.
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Zum Weiterlesen
- Einen Podcast aus der Reihe „Jan und Nora stellen große Fragen“ zum Thema Schöpfung findet ihr in diesem Blogbeitrag.
- Wie Klimawandel und Flucht zusammenhängen, könnt ihr mit euren Lernenden mithilfe dieses Blogbeitrags erarbeiten.








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