Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Ein virtueller Rundgang durch die Moschee

Am 3. Oktober ist der Tag der offenen Moschee. Wusstet ihr, dass man einige Moscheen auch virtuell besuchen kann? In diesem Beitrag erhaltet ihr die Links für sieben Moscheen – darunter fünf ganz neue Tipps – und ein paar hilfreiche Anregungen für euren digitalen Ausflug.

Die Moschee virtuell entdecken

Für islamische Glaubensgemeinschaften spielen religiöse Bauten und Einrichtungen eine wichtige Rolle. Sie bieten einen Ort, an dem Gläubige zusammenkommen und sich austauschen können. Seitdem vor fast 100 Jahren die erste Moschee in Deutschland gebaut wurde, sind die islamischen Gebetshäuser zu einem festen Bestandteil vieler Städte geworden. Dies bietet Musliminnen und Muslimen die Möglichkeit, sich mit anderen Angehörigen ihrer Glaubensgemeinschaft zu treffen und den islamischen Glauben gemeinsam zu praktizieren.

An der Gestaltung verschiedener Moscheen können Lernende viel über die islamische Religion und ihre Bräuche lernen.

Immer mehr religiöse Einrichtungen lassen sich seit Corona auch virtuell besichtigen – das bietet eine gute Alternative, wenn ein persönlicher Ausflug gerade nicht realisierbar ist. Hier kommen unsere sieben Link-Tipps:

DITIB Zentralmoschee Köln

Tipp Nr. 1: DITIB Zentralmoschee Köln

Die Eröffnung der Ditib-Zentral-Moschee hatte 2018 für viel Aufruhr gesorgt. Mittlerweile ist sie aber für viele Anwohner des Stadtteils Köln-Ehrenfeld nicht mehr wegzudenken. Dabei fällt das Gebäude vor allem durch seine Architektur auf: Die gläserne Kuppel wird durch zwei filigrane, 55 Meter hohe Minarette eingefasst. In diesem Video werden verschiedene Bereiche der Zentralmoschee in Köln gezeigt. Parallel dazu erhält man viele Informationen über die islamischen Gebetspraktiken und Rituale.

Zur DITIB Zentralmoschee Köln

Penzberger Moschee

Tipp Nr. 2: Penzberger Moschee

Der Bau der Moschee im bayrische Penzberg gilt als Vorzeigeprojekt. Dort entschied man sich für ein modernes Moscheegebäude mit Glasfassade und ohne die übliche Glaskuppel. Gleichzeitig bezog die islamische Gemeinde sowohl Politiker:innen und Bürger:innen als auch die evangelische und katholische Kirche bei den Planungen mit ein. Die Moschee sieht sich als islamisches Forum, in dem Menschen verschiedener Religionen zusammenkommen können. In dem Gebäude befindet sich daher nicht nur die Moschee, sondern es gibt dort auch eine Bibliothek und Veranstaltungsräume für Workshops.

Zur Penzberger Moschee

Emir-Sultan-Moschee Darmstadt

Tipp Nr. 3: Emir-Sultan-Moschee Darmstadt

Der Grundstein für die Emir-Sultan-Moschee, die als erste Moschee in Deutschland zwei Minarette hatte, wurde im Juli 1996 gelegt. Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1999 fanden hier vor allem die Mitglieder des Vereins „Türkisch-Islamisches Zentrum e.V.“ ein neues Zuhause. Darüber hinaus erfüllt sie als Kulturzentrum auch eine soziale Funktion und soll einen Versammlungsort für Menschen jeder Nationalität und Religion darstellen. Der Name der Moschee verweist dabei auf die Beziehung zwischen den Schwesterstädten Darmstadt und Bursa.

Zur Emir-Sultan-Moschee Darmstadt

Abu-Bakr-Moschee Frankfurt

Tipp Nr. 4: Abu-Bakr-Moschee Frankfurt

Sie gilt als eine der schönsten Moscheen in Frankfurt: Die Abu-Bakr-Moschee wurde 2007 eingeweiht und gehört seitdem zum Trägerverein „Islamische Gemeinde Frankfurt e.V.“. Die Gemeinde steht für ein offenes und integratives Miteinander. Mit ihrem großen Gebetsraum, in dem zum Freitagsgebet mehr als 1000 Menschen Platz finden, und ihren zusätzlichen Räumlichkeiten bietet die Moschee viel Raum für den interkulturellen Austausch.

Zur Abu-Bakr-Moschee Frankfurt

Tipp Nr. 5: Mescid-i Aksa Moschee Neubeckum

Mit ihrer leuchtend grünen Fassade sticht die Mescid-i Aksa Moschee in Neubeckum schon von außen ins Auge. Auch im Inneren zieren zahlreiche Ornamente und ein großer Kronleuchter die Kuppel und Wände. Bei einem virtuellen Rundgang durch die Moschee werden die unterschiedlichen Bereiche genauer erklärt. Während der Erkundung erfährt man unter anderem auch, wie sich ein Gebetsruf anhört.

Dieser Rundgang ist momentan leider nicht verfügbar.

Tipp Nr. 6: Yunus Emre Camii Moschee Biedenkopf

Die Yunus Emre Camii Moschee in der hessischen Kleinstadt Biedenkopf wurde 1993 gegründet und ist ein Beispiel für ein eher schlichtere Moschee. So hat sie im Gegensatz zu vielen anderen Bauten kein Minarett. Dennoch findet man auch hier alle Merkmale, die für eine Moschee charakteristisch sind.

Zur Yunus Emre Camii Moschee Biedenkopf

Tipp Nr. 7: Tulipan Moschee Reinach (Schweiz)

Eine sehr moderne Moschee ist die Tulipan Moschee im schweizerischen Reinach. Nachdem die Albanisch-Islamische Gemeinde für die gemeinsamen Gebete viele Jahre auf Turnhallen ausweichen musste, bietet die Moschee nun eine gemeinsame Anlaufstelle für die Mitglieder. Das Gebetshaus dient gleichzeitig als Kultur- und Begegnungszentrum und umfasst neben den Gebetsraum auch verschiedene Veranstaltungsräume, einen Kinder- und Jugendraum und sogar ein eigenes Restaurant.

Zur Tulipan Moschee Reinach

Vorschläge für den virtuellen Besuch einer Moschee

Hier sind ein paar Vorschläge, anhand welcher Fragen ihr euren Ausflug mit den Lernenden strukturieren und gestalten könnt:

  • Sowohl die Außenarchitektur als auch die Gestaltung der Innenräume unterscheiden sich bei den drei Moscheen voneinander. Welche Elemente lassen sich in allen Moscheen wiederfinden? Welche Bedeutung haben diese im islamischen Glauben?
  • Spielt das Spiel „Wo bin ich?“: Nachdem die Lernenden die drei Moscheen erkundet haben, wird eine der Moscheen von einem Lernenden beschrieben. Die anderen versuchen zu erraten, welche Moschee gemeint ist – und zwar ohne dabei die Moscheen selbst vor Augen zu haben.
  • In den Rundgängen lässt sich einiges über die islamischen Gottesdienste erfahren. Lassen sich diese mit den christlichen Gebetsritualen vergleichen? Worin unterschieden sich beide Religionen voneinander?
  • Bei den jeweiligen Rundgängen erhält man je nach Moschee unterschiedliche Informationen. Teilt die Klasse in kleinere Gruppen ein. Jede Gruppe sucht sich nun eine der Moscheen aus und besichtigt diese. Dabei dürfen sich die Lernenden stickpunktartig Notizen machen, welche Informationen sie währenddessen erhalten. Anschließend formuliert jedes Kind drei Fragen. Diese Fragen werden der Reihe nach an die Gruppe gestellt und müssen von den übrigen Gruppenmitgliedern beantwortet werden.
  • Spielt das Spiel: „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist …“: Einigt euch auf eine Moschee, die ihr für das Spiel gemeinsam virtuell besichtigt. Ein Kind macht den Anfang, sucht sich einen Gegenstand in der Moschee aus und nennt den anderen Kindern die Farbe dieses Gegenstandes. Die anderen müssen nun erraten, welcher Gegenstand gemeint ist. Wer zuerst auf die richtige Lösung kommt, darf sich den nächsten aussuchen.
  • Moschee-Steckbriefe: Die Klasse wird in fünf Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe besichtigt nun gemeinsam eine der verschiedenen Moscheen und erstellt gemeinsam einen Steckbrief. Dabei geht es auch darum, das äußere Erscheinungsbild zu beschreiben: Wie wurde die Moschee von innen und außen gestaltet? Welche verschiedenen Räume gibt es? Wie sieht der Gebetsraum der Frauen aus? Verfügt die Moschee über Minarette? Im Anschluss daran stellen sich die einzelnen Gruppen ihre Steckbriefe gegenseitig vor. Dies ist eine gute Möglichkeit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Moscheen aufzuzeigen.

Gebetshäuser der Religionen – zum Weiterlesen

Tag der offenen Moschee

Möchtet ihr einer Moschee lieber einen „realen“ Beusch abstatten? Der diesjährige Tag der offenen Moschee steht unter dem Zeichen „Life Matters: Jedes Leben zählt!“.

Viele weitere Informationen dazu und eine Liste aller teilnehmenden Moscheen findet ihr auf tagderoffenenmoschee.de.

452 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.

Über die Autorin

Miriam Dalege

Ich bin im Ernst Klett Verlag als Werkstudentin in der Redaktion Religion/Ethik tätig und studiere parallel dazu Kommunikationswissenschaft und Philosophie im Master.

3 Kommentare

  1. 🙏🏼❤️ 14. März 2023 um 11:23 Uhr - Antworten

    Wow danke für die Informationen die helfe wusste ich gar nicht 🙏🏼❤️

    • 🙏🏼❤️ 14. März 2023 um 11:25 Uhr - Antworten

      *Hälfte

  2. Irfan 28. Mai 2026 um 10:01 Uhr - Antworten

    Cool

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

Nach oben