Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

WM in Katar – Stoff für Diskussionen

Rudelgucken mit heißem Apfelsaft auf dem Weihnachtsmarkt? Oder komplett auf das Schauen von Spielen verzichten? Die Meinungen zur Fußball-WM in Katar gehen weit auseinander. Sicher wird auch in euren Reli- und Ethikkursen darüber gesprochen und vielleicht auch gestritten. Daher hier ein Tipp, wie ihr das Thema im Unterricht aufgreifen könnt.

Als Gesprächsanlass für eine Stunde zur WM könnt ihr beispielsweise die viel zitierte Aussage eines katarischen WM-Botschafters (ab Min. 0:40) zur Homosexualität und zu Frauenrechten als Impuls zeigen.

Anschließend tragt ihr in der Gruppe zusammen, welche Themen dazu führen, dass die Durchführung der WM in Katar als problematisch und „boykottwürdig“ wahrgenommen wird. Gründe für Kritik sind zum Beispiel: Haltung des Staates zu LGBTQ+ (s. o.), fehlende Pressefreiheit (mehrere Journalist:innen wurden bereits an freier Berichterstattung gehindert), Frauenrechte (Stichwort: „Frauen sind Süßigkeiten“), Rechte der Arbeiter auf den WM-Baustellen (Stichwort: tote Arbeiter, Entschädigungsfonds), Rechtmäßigkeit der WM-Vergabe (Stichwort: Korruption in der FIFA und gekaufte WM), Kommerzialisierung des Sports (Stichwort: Winter-WM).

Als nächsten Schritt fragt ihr, wer von den Lernenden die WM schaut. Dazu gebt ihr drei Antwortmöglichkeiten vor, die durch bestimmte Plätze im Klassenraum definiert werden:

  • Ich schaue die WM in Katar wie alle anderen Sportereignisse auch.
  • Ich schaue nur einige ausgewählte Spiele (z. B. Spiele der deutschen Mannschaft, Halbfinale + Finale)
  • Ich schaue grundsätzlich keine Spiele.

Die Lernenden ordnen sich einer der Antworten zu und begeben sich zu deren festgelegtem Platz im Raum. Dieser Zustand wird dokumentiert. Innerhalb einer Gruppe tauschen sich die Lernenden nun über die Argumente für ihre Position aus. Anschließend führen sie – mit euch als Leitendem – eine Diskussion in der gesamten Lerngruppe durch und tauschen ihre Argumente und Meinungen aus. Ändert sich bei den Lernenden während der Diskussion die Haltung zum WM-Schauen, wechseln sie die Gruppe und damit den Platz. Am Ende der Diskussion ergibt sich so eine zweite Konstellation im Raum, die ebenfalls dokumentiert und mit der ersten verglichen wird. Aus diesen Ergebnissen und der Diskussion formulieren die Lernenden abschließend persönliche Statements in Form von kurzen Handyvideos, die mit dem Satz beginnen: „Ich schaue die WM/nicht/teilweise, weil/obwohl …“.

Habt ihr vor, genauer in das Thema einzusteigen, bietet es sich an, nach der Themensammlung und der ersten Meinungsabfrage in Gruppen Recherchen zu diesen Inhalten, aber auch zur Faszination von sportlichen Großereignissen, der Geschichte der Fußball-WM und Bedeutung des Fußballs für die Gesellschaft durchführen zu lassen. Ausgangspunkte können dazu die ZDF/ARD-Mediatheken sein, die viele Hintergrundinformationen und Dokumentationen zu den Themen liefern:

Auswahl aus der ARD Sportschau

Nach der Präsentation folgen dann der Meinungsaustausch und das Abschlussstatement.

Ich wünsche euch intensive und spannende Diskussionen!

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Über die Autorin

Inga Piel

Ich bin Gruppenleiterin für den Bereich Religion/Ethik im Ernst Klett Verlag. Studiert habe ich Deutsch und Philosophie SII/SI auf Lehramt. Nach dem Staatsexamen und dem Referendariat habe ich zuerst drei Jahre als Lehrkraft an einem Gymnasium und einer Realschule unterrichtet, bevor ich dann durch einen Zufall auf ein Stellenangebot eines Verlages stieß. Ich wollte unbedingt etwas Neues ausprobieren, bin in die Verlagsbranche gewechselt und dort „hängengeblieben“. Denn es macht mir ebenso viel Spaß, gute Schulbücher herzustellen wie sie zu benutzen.

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