Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Material des Monats: Die Schöpfungsgeschichte in Bibel, Tanach und Koran

Endlich ist es wieder Frühling! Die Lebensfreude steigt durch die Wärme, die Sonne und das Erwachen der Natur in der Nachbarschaft. Diese Jahreszeit ist daher wie geschaffen dafür, sich mit dem Thema „Schöpfung“ im Religions- und Philosophieunterricht zu beschäftigen. Dazu stellen wir euch eine Audiodatei zur Verfügung.

Die Schöpfungsgeschichte wird in den heiligen Schriften sowohl des Christentums, Judentums als auch des Islam beschrieben. Sie im Unterricht zu behandeln, ist Teil des Religionsunterrichts in vielen Bundesländern. Aber auch in Philosophie/Ethik wird oft über die verschiedenen Theorien gesprochen, wie die Welt entstanden sein könnte. Das hier zur Verfügung gestellte Audio könnt ihr in diesem Zusammenhang als Auftakt für eure Unterrichtseinheit nutzen.

Den Mitlesetext findet ihr in Wege finden 3-4, S. 107.

Vorschlag für den Einsatz im Religions-, Philosophie- und Ethikunterricht

  • Fragt eure Lernenden, wie sie sich die Entstehung der Welt vorstellen. In der Regel werden hier naturwissenschaftliche Theorien genannt und es fallen Begriffe wie „Urknall“, „Anfang des Universums“, „Entstehung von Sternen aus Staub“ etc.
  • Spielt den Lernenden das Audio vor. Fragt anschließend die Lernenden, was sie von diesen Schöpfungsgeschichten halten. Hier wird häufig darauf verwiesen, dass es sich um „Mythen“ oder „Geschichten“ handelt.
  • Überlegt mit euren Lernenden, warum diese Schöpfungsberichte in den heiligen Schriften der Religionen stehen und welche Bedeutung sie haben könnten.
  • Diskutiert, ob und wie die Schöpfungsberichte aus den heiligen Schriften und die naturwissenschaftlichen Theorien miteinander vereinbar sind. Wenn ihr mehr Zeit habt, können eure Lernenden auch nach Erklärungen von Wissenschaftlern und Theologen recherchieren.
  • Anschließend könnt ihr im Religionsunterricht nun tiefer in die Schöpfungsberichte der Bibel einsteigen. Ihr könnt deren Inhalte erarbeiten und am Schluss wieder auf die Bedeutung dieser Texte auch im Judentum und im Islam zurückkommen.
  • Im Philosophie- oder Ethikunterricht bietet es sich an, das Thema zu den großen Fragen und die unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten weiterzuführen. Dazu gehört auch die Frage nach der Verantwortung für die Umwelt, sodass ihr eine Einheit zu Natur und deren Schutz anschließen könnt.
  • Weiterführung:
    • Ihr könnt die Unterrichtsreihe erweitern, indem ihr auf die Bewahrung der Schöpfung und die Verantwortung der Menschen für die Umwelt eingeht und mit euren Lernenden konkrete Ideen dazu erarbeiten, die sie z. B. an einem Projekttag umsetzen können.
    • Ihr könnt eure Lernenden ermutigen, ihre Vorstellungen von der Entstehung der Welt kreativ in Bildern, Collagen oder Videos umzusetzen. Daraus kann eine Präsentation z. B. für einen Umwelttag an der Schule entstehen.

Ich hoffe, dieses Audio hilft euch dabei, den Gedanken vom Frühling als Zeit der Erinnerung an die Schöpfung und Verantwortung für den Planeten ins Klassenzimmer zu holen.

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Über die Autorin

Inga Piel

Ich bin Gruppenleiterin für den Bereich Religion/Ethik im Ernst Klett Verlag. Studiert habe ich Deutsch und Philosophie SII/SI auf Lehramt. Nach dem Staatsexamen und dem Referendariat habe ich zuerst drei Jahre als Lehrkraft an einem Gymnasium und einer Realschule unterrichtet, bevor ich dann durch einen Zufall auf ein Stellenangebot eines Verlages stieß. Ich wollte unbedingt etwas Neues ausprobieren, bin in die Verlagsbranche gewechselt und dort „hängengeblieben“. Denn es macht mir ebenso viel Spaß, gute Schulbücher herzustellen wie sie zu benutzen.

Ein Kommentar

  1. Sr. Paula Kassenbrock 18. Mai 2026 um 9:04 Uhr - Antworten

    Ich finde es grundlegend problematisch, die Schöpfungserzählung anhand der oberflächlichen Handlung einzuführen, als sei sie eine „Weltentstehungstheorie“, die sich dann mit der Evolution vergleichen ließe. Seit Jahren arbeite ich im Religionsunterricht daran, diesem Klischee von Anfang an (schon in Klasse 5) entgegenzuwirken und stattdessen zu vermitteln, dass es der Bibel um Aussagen über die BEDEUTUNG der Welt/des Menschen und Gottes Verhältnis zu beiden geht. Die Frage nach der Vereinbarkeit mit wissenschaftl. Ansätzen geht völlig am Kern der Erzählung vorbei und führt höchstens dazu, dass Christen am Ende als naiv dastehen, weil sie angeblich etwas „glauben“, was wissenschaftlich nicht haltbar ist – zumal „Geschichten“ und „Mythen“ für uns heute ja intuitiv den Anstrich von „Fantasie“ haben.
    Zielführender finde ich den Einstieg über den vergleich von Sachtexten vs. Poesie oder darüber, wie ich Dinge (Informationen, Bilder, Menschen) entweder sachlich-distanziert beschreiben kann oder betroffen-emotional, wenn ich einen persönlichen Bezug dazu habe.

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