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Philosophin des Monats: Martha Nussbaum

Zum „Tag der emotionalen Achtsamkeit“, welcher am 29. September gefeiert wird, lehrt uns die Philosophin Martha Nussbaum etwas zur Bedeutsamkeit von Gefühlen in der Philosophie. Ihre Gefühlsanalyse ist verknüpft mit einem Thema, das immer noch im Fokus steht: der Gleichberechtigung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft.

Die Philosophin Marthe Nussbaum ordnet die Gefühle eines Menschen seinen kognitiven Fähigkeiten zu, unter anderem denen des Lernens, Erinnerns und Denkens. Die Gefühle bilden sich aus den Wünschen, die ein Mensch in sich trägt, aber auch aus den Urteilen, die er fällt und den Überzeugungen, die er vertritt. Unsere Empfindungen führen uns nach Auffassung Nussbaums auf einen Weg, der rationales Denken ermöglicht. Es geht beim Gefühlserleben nicht nur um die Qualität des Gefühls, sondern um Emotionen, die sich „intentional auf ein Objekt beziehen“. Nussbaum betrachtet die Emotionen als aktive Weise des Sehens, denn mit Gefühlen machen wir uns die Welt erst begreiflich. Damit in Zusammenhang steht die Idee der Gleichheit, welche die Idee der Freiheit beinhaltet: Alle Menschen bringen nach Nussbaum dieselben Anlagen mit. Durch ungleiche Lebensumstände können diese jedoch unterschiedlich entfalten. Daher macht sie in dieser Hinsicht auch keinen Unterschied in den Geschlechtern: Emotionen wie Liebe und Fürsorge sollten nicht allein den Frauen zugeschrieben werden; die Rollenbilder müssen aufgebrochen und Emotionen als Teil jeder Persönlichkeit, männlich und weiblich, anerkannt werden. Darüber hinaus beschäftigt sich Martha Nussbaum in ihrer Philosophie vor allem mit den guten Leben und der Gerechtigkeit.

Martha Nussbaum – die junge Frau aus gutem Elternhaus, die ihren eigenen Weg geht

Nussbaum kam im Mai 1947 als Martha Craven in New York zur Welt; ihr Vater brachte ihr als erfolgreicher Rechtsanwalt die Tugenden des Fleißes und des Strebens bei, von ihrer Mutter lernte sie, dass auch Emotionen Raum gegeben werden muss. Geld und der persönliche Status, die für ihr Umfeld wesentlichsten Aspekte, wurden bald Attribute, von denen sie sich distanzierte. Sie wollte ihren eigenen Weg einschlagen. Martha Nussbaum studierte zunächst klassische Philosophie und Theaterwissenschaften an der New York University, bevor sie nach dem Bachelor nach Harvard wechselte. Im selben Jahr heiratete sie und konvertierte zum Judentum. Im Jahr 1972 gelang es ihr, als erste Frau Junior Fellow in Harvard zu werden. Sie hatte auch eine Lehrtätigkeit in Oxford inne und arbeitete unter anderem mit John Rawls zusammen. Neben der Veröffentlichung mehrerer Werke in den kommenden Jahren, entschied sie 1995, eine Stelle als Professorin für Recht und Ethik in Chicago anzunehmen. Sie befasste sich schon zur damaligen Zeit mit der geschlechtsspezifischen Ungleichheit zulasten der Frau, im Jahr 2004 gründete sie gemeinsam mit Amartya Sen die „Human Development and Capability Association“, welche die Forschung aus verschiedenen Disziplinen zu Schlüsselproblemen wie Armut, Gerechtigkeit, Wohlergehen und Wirtschaft vorantreibt.

Auszeichnungen

Martha Nussbaum erhielt im Laufe ihrer Karriere über 60 Ehrendoktorwürden, hatte diverse Gastprofessuren an renommierten Universitäten inne und bekam im Jahr 2009 den „A.SK Social Science Award“ verliehen, der sie für ihre Forschung im Feld der sozialen Gerechtigkeit auszeichnet. Im Jahr 2012 folgte der Prinz-von-Asturien-Preis für Gesellschaftswissenschaft und 2016 der Kyoto Preis in Kunst und Philosophie. Der Berggruen-, Holberg- und der Balzan-Preis gehören ebenfalls zu den ihr verliehenen Auszeichnungen.

Martha Nussbaum setzt sich für einen Standpunkt ein, der nicht nur den liberalen Feminismus in den Vordergrund stellt, sondern auch darauf besteht, dass die Ethik die Pflicht hat, Emotionen miteinzubeziehen. Im Mittelpunkt ihrer Werke steht die Frage nach dem guten Leben, sie orientiert sich stark an der Philosophie nach Aristoteles.

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Über die Autorin

Lara Bechem

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