„Pilger der Hoffnung“ lautet das Motto des Heiligen Jahres 2025. Doch was ist eigentlich ein Heiliges Jahr und welche Bedeutung hat das für den Religionsunterricht? Wie kann das Motto helfen, den Lernenden eine Perspektive zu eröffnen?
Das schon in normalen Jahren gut besuchte Rom wird in diesem Jahr eine Besucherexplosion erleben. Es wird mit rund 32 Millionen zusätzlichen Menschen gerechnet, die die Stadt anlässlich des Heiligen Jahres besuchen. Dabei steht insbesondere der Aspekt des Pilgerns im Mittelpunkt.
Heilige Jahre in der Tradition der Kirche
Heilige Jahre gibt es seit mehr als 700 Jahren. Seit 1470 beträgt der Abstand 25 Jahre. Aber auch dazwischen gibt es immer wieder Heilige Jahre, zuletzt 2015/2016, als Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausrief. Mit den Heiligen Jahren ist der Aufruf verbunden, nach Rom zu pilgern und dort die Pforten im Petersdom und in anderen Kirchen zu durchschreiten. Daneben gibt es weitere heilige Orte in der Welt, die jeweils als Pilgerziel in einem Heiligen Jahr bestimmt werden. Verbunden mit verschiedenen Gebeten und einer bestimmten Geisteshaltung wird beim Besuch dieser Orte bis heute ein Ablass gewährt. Heilige Jahre können aber noch mehr: Sie sind Symbol dafür, dass die Kirche für alle Menschen offen ist und niemanden ausgrenzen will. Sie sind Anlass, den Glauben in großer Gemeinschaft zu leben und zu zeigen, dass Kirche lebendig ist.
Pilger der Hoffnung werden
Das Motto des Heiligen Jahres 2025 lautet „Pilger der Hoffnung“. Gemeinsam mit den Lernenden kann besprochen werden, was es bedeutet, sich im Vertrauen auf Gott auf den Weg zu machen. Dabei können entsprechende Bibeltexte zum Einsatz kommen. Dazu findet ihr am Ende des Beitrags ein passendes Material. Dort können die Lernenden entschlüsseln, wie Menschen in diesen Geschichten Hoffnung erfahren. Daran anknüpfend kann im Unterricht thematisiert werden, was es bedeutet, Hoffnung zu haben, Hoffnung zu geben und sich im Vertrauen auf Gott auf den Weg zu machen. Im Unterrichtsgespräch kann thematisiert werden, wie Jugendliche anderen Menschen Hoffnung geben und wie sie selbst mit enttäuschten Hoffnungen umgehen können.
Heiliges Jahr – Hoffnungszeichen für die Kirche?
Einerseits zeigt das Heilige Jahr, was lebendiger Glaube bedeutet, andererseits ist ein solches Ereignis in Zeiten einer krisengeschüttelten Kirche fragwürdig. Die Lernenden können sich in einem ersten Schritt mit dem Heiligen Jahr, seinen Angeboten und Abläufen (hier findet ihr offizielle Informationen) auseinandersetzen und beurteilen, ob ein solches Format geeignet ist, Kirche lebendig zu gestalten und ein Hoffnungszeichen für die Zukunft zu sein. Dabei sollte insbesondere der Weltjugendtag „Jubiläum der Jugend“ betrachtet werden. In einem zweiten Schritt können die Lernenden selbst Programmpunkte für das Heilige Jahr und das „Jubiläum der Jugend“ entwickeln oder Verbesserungsvorschläge machen. Wichtig ist dabei, dass keine Beliebigkeit aufkommt, dass Kernelemente des katholischen Glaubens berücksichtigt werden und dass die Lernenden einen Perspektivwechsel vornehmen (z. B. die Sicht älterer Menschen oder Menschen aus anderen Kulturkreisen).
Auch wer nicht nach Rom reist, kann das Heilige Jahr 2025 zum Anlass nehmen, sich in besondere Weise mit seinem Glauben auseinanderzusetzen. Dabei wünsche ich euch und euren Lernenden gutes Gelingen.







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