Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Redaktionsexkursion zur Ditib Zentralmoschee Münster

Nachdem die Gruppe Religion/Ethik aus unserer Redaktion im vergangenen Jahr den Hindu-Tempel in Hamm besucht hat, stand dieses Jahr für uns der Islam im Vordergrund. So besuchten wir Mitte Juni gemeinsam die Ditib Zentralmoschee in Münster.

Recht unscheinbar versteckt sich die Moschee in einem unauffälligen Gebäude in der Nähe des Münsteraner Hauptbahnhofs. Eine Kuppel und ein kleines Minarett weisen innerhalb des Straßenzugs darauf hin, dass sich hier ein muslimisches Gotteshaus befindet.

Herzlicher Empfang

Begrüßt wurden wir von einer der drei hauptamtlichen Religionsbeauftragten der Moscheegemeinde, die als studierte islamische Theologin an sechs Wochentagen in der Gemeinde tätig ist. Die Anfang-Dreißigjährige freute sich sehr über unser Interesse und betonte, dass die Gemeinde sehr gern Moscheeführungen anbiete. Dies sei ein guter Weg, um auch über Religionsgrenzen hinaus miteinander in Kontakt zu treten und eventuelle Vorurteile abzubauen. Durchschnittlich eine Gruppe pro Woche führe sie durch die Moschee. Es kämen häufig Schulklassen, aber auch Polizisten in Ausbildung und andere Gruppen. Das Angebot werde sehr gut angenommen.

Der Gebetsraum

Zunächst wurden wir in den großen Gebetsraum im 3. Stock des Gebäudes geführt, in dem wir uns umsehen durften. Zuvor hatten wir selbstverständlich im Vorraum unsere Schuhe ausgezogen. Durch den in das Minarett integrierten Aufzug ist das Betreten barrierefrei möglich. Der Gebetsraum ist im Stil der türkisch-islamischen Kultur gestaltet: Die Wände zieren Fliesen mit Blumenmuster und Kalligrafien von Koranversen. Der Boden ist mit Teppich ausgelegt, dessen Muster die richtige Gebetsrichtung (Ausrichtung nach Mekka) anzeigt. Dabei fällt auf, dass die baulichen Voraussetzungen der Moschee nicht ganz optimal sind: Eigentlich gibt die Gebetsnische als zentraler Ort an der Stirnseite des Gebetsraumes diese Richtung vor. Da die Wand in der Ditib Zentralmoschee Münster jedoch eine leicht andere Ausrichtung hat, helfen hier der Gebetsteppich des Imam sowie das entsprechende Muster auf dem Boden. Wie in fast allen Moscheen befindet sich rechts von der Gebetsnische das Minbar, von dessen Stufen an Freitagen und Feiertagen gepredigt wird, und links eine kleinere Kanzel für alle anderen Predigten. Auch ein in etwa Kniehöhe abgegrenzter Bereich für den Muezzin, den Gebetsrufer, ist im Gebetsraum vorhanden. Auf einer Empore beten in der Regel in ihrem eigenen Bereich die Frauen.

Gebetszeiten in der Zentralmoschee Münster

Zu allen fünf Gebetszeiten sind täglich Gläubige in der Moschee anwesend, die ihre Pflichtgebete dort verrichten – selbst zu den besonders frühen und besonders späten Zeiten bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Alle Gebetszeiten werden nach dem Stand der Sonne bestimmt. Ein Bildschirm im Gebetsraum zeigt die Zeiträume an, in denen die einzelnen Gebete verrichtet werden können. Beim für Männer verpflichtenden Freitagsgebet oder an Feiertagen kommen oft so viele Gläubige in die Moschee, dass auch in anderen Räumen – sogar im Treppenhaus – gebetet wird. Der Ruf des Muezzins ist zwar nicht wie in islamisch geprägten Ländern in den Straßen Münsters zu hören, ertönt aber zu allen Gebetszeiten im ganzen Moscheegebäude.

Die Gemeinde

In der türkisch-islamischen Gemeinde sind neben Menschen mit türkischem Hintergrund viele verschiedene Nationen vertreten. Deshalb wird die Predigt auf Türkisch und auf Deutsch gehalten und Schilder sind mehrsprachig. Die Gemeinde finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden, wobei die Gemeindemitglieder offiziell in einem Verein eingetragen sind. Dennoch ist in der Gemeinde jeder willkommen. Für die verschiedene Aktivitäten der Gemeinde stehen im Moscheegebäude unterschiedliche Räume zur Verfügung. So gibt es etwa Treffen verschiedener Kreise oder Koranunterricht für Schulkinder. Am Tag unseres Besuchs stand ein Public Viewing zum Spiel der türkischen Nationalmannschaft bei der Fußball-EM kurz bevor.

Wenn ihr euch auch für einen Moscheebesuch interessiert, stehen traditionell viele Moscheen in Deutschland am 3. Oktober, dem Tag der offenen Moschee, für Besucherinnen und Besucher offen. Tipps für einen virtuellen Moscheebesuch findet ihr in diesem Blogbeitrag.

Informationen für eine Moscheeführung in der Ditib Zentralmoschee Münster findet ihr auf der Moschee-Homepage.

Autorinnen: Barbara Nüllmann und Elisabeth Rudolph aus der Redaktion Religion/Ethik

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