Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Allerheiligen und Halloween – methodische Zugänge

Das Wort Halloween leitet sich von „All Hallows’ Eve“ ab. Das ist die englische Bezeichnung für den Abend vor Allerheiligen. Seit den 1990er-Jahren finden immer mehr amerikanische Halloweenbräuche Einzug in Europa. Halloween hat sich mittlerweile als Fest komplett verselbstständigt und von Allerheiligen losgelöst. Für den Unterricht stellt sich dadurch die Herausforderung, das Hochfest Allerheiligen in Anbetracht der Überlagerung durch Halloween nicht untergehen zu lassen.

Heterogenes Vorwissen

Zum Einstieg in das Thema bietet sich das Video „Allerheiligen kurz erklärt“ an:

Ihr könnt das Vorwissen eurer Schülerinnen und Schüler zu Allerheiligen und ebenso zu Halloween in Form von Mindmaps sammeln. Infos zum Thema Mindmapping.

Die Mindmap zu Halloween wird erfahrungsgemäß umfangreicher ausfallen und sich in erster Linie auf moderne Bräuche beschränken. Vorwissen zu Allerheiligen ist in der Regel nur rudimentär vorhanden.

Rituale als Zugang

Das verbindende Element beider Feste sind die Rituale, die beide Tage in ganz besonderer Weise prägen. Am Doppelfest von Allerheiligen und Allerseelen finden viele rituelle Handlungen statt. Zu diesen Handlungen zählen insbesondere die Gräbersegnung und das Entzünden von Lichtern auf den Gräbern. Eure Schülerinnen und Schüler können arbeitsteilig sowohl Halloweenrituale als auch Riten zu Allerheiligen/Allerseelen recherchieren und anschließend vergleichen. Helfen kann dabei die Kopiervorlage „Rituale recherchieren, gestalten und interpretieren“, die ihr hier downloaden könnt.

Insbesondere zu Halloween sollten auch traditionelle irische und schottische Rituale recherchiert und dargestellt werden. In der Gegenüberstellung können dann Zusammenhänge aufgedeckt werden. Beispielsweise beruht das Sammeln der Süßigkeiten an Halloween auf dem Sammeln von Lebensmittelspenden für das ursprüngliche Festmahl am Abend vor Allerheiligen. Infos zur Methode Internetrecherche.

Der Friedhof als außerschulischer Lernort

Einen handlungsorientierten und gleichzeitig offenen Zugang zum Thema bietet eine Erkundung eines Friedhofs. Einen Friedhof in den Tagen um Allerheiligen zu besuchen, kann euren Schülerinnen und Schülern eine ganz neue Perspektive auf das Thema bieten. Die Erfahrungen können anschließend im Unterricht aufgearbeitet und dokumentiert werden. Ein Friedhof ist ein ganz besonderer Lernort, der besondere Regeln und Verhaltensweisen erfordert. Ein Arbeitsblatt zur Friedhofserkundung könnt ihr hier downloaden.

Ich wünsche euch gutes Gelingen bei dem Spagat zwischen Lebenswelt und den Anforderungen des Unterrichts, christliche Feiertage angemessen zu erschließen.

Produktempfehlungen

52 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.

Über den Autor

Claudius Kretzer

Ich arbeite als Lektor und Autor in den Bereichen Philosophie/Ethik sowie Religion.

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

Nach oben