Nach Corona sind Unterrichtsgänge, Exkursionen und Wandertage wieder möglich – und scheitern doch häufig an mangelnder Zeit und hohem Organisationsaufwand. Wie ihr außerschulische Lernorte wie Museen trotzdem in den Religions- und Ethikunterricht einbinden könnt, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Wir stellen unsere Top 6-Tipps für virtuelle Museumstouren vor.
Vorteile außerschulischen Lernens im virtuellen Raum
Auch wenn virtuelle Erkundungen nie komplett das sinnliche Erleben bei einem realen Besuch außerschulischer Lernorte ersetzen können, spricht trotzdem viel dafür, das Potenzial der virtuellen Angebote zu nutzen:
- Selbstständiges und arbeitsteiliges Erkunden fördern: Durch den virtuellen Zugang könnt ihr das Museum gleich unter mehreren Fragestellungen arbeitsteilig „besuchen“. Während die eine Lerngruppe z.B. den Fokus auf Kunstwerke legt, kann eine andere Lerngruppe Alltagsgegenstände oder andere Objekte des Museums unter einer bestimmten Fragestellung erkunden. Später könnt ihr die Ergebnisse vergleichen.
- Außergewöhnliches ganz einfach entdecken: Dass sich eine Studienfahrt nach Rom in die Vatikanischen Museen für die meisten Lerngruppen nur mit einigem Aufwand organisieren lässt, liegt auf der Hand. Dank der Angebote im Internet könnt ihr solche Grenzen ganz einfach überwinden und euren Lernenden somit Zugang zu besonderen Exponaten ermöglichen, mit denen sie sonst womöglich nie in Kontakt kommen würden.
- Für religiöse und kulturelle Phänomene sensibilisieren: Durch die beeindruckenden Sammlungen der Museen erhalten eure Lernenden einen Einblick in die unglaubliche Vielfalt von Religion, Glauben und Kultur – das fördert den Blick über den eigenen Tellerrand und damit auch die Toleranz füreinander, gerade in heterogenen Lerngruppen.
Unsere Top 6-Tipps für virtuelle Museumstouren mit Religionsbezug
Tipp Nr. 1: Das Jüdische Museum in Berlin
In der Online-Sammlung des Museums finden sich allein über 20.000 Exponate des Museums. Darüber hinaus bietet der Online-Schaukasten vielfältige Angebote, die auch unabhängig von einem Museumsbesuch funktionieren, z. B. ein Entscheidungsspiel zu einem fiktiven Gemälde.
Tipp Nr. 2: Das Museum für Islamische Kunst in Berlin
Das Museum für Islamische Kunst umfasst außergewöhnliche Sammlungen islamischer Kunst außerhalb der islamischen Welt. Online findet ihr u.a. komplette Unterrichtsreihen für verschiedene Fächer, auch fächerübergreifend. Besonders spannend sind die 360°-Touren durch die Gartenparadiese und Klangwelten des Museums.
Tipp Nr. 3: British Museum in London
Auf einer virtuellen 3-D-Zeitleiste könnt ihr unter dem Schwerpunkt „Religion and belief“ ausgewählte Exponate aus der ganzen Welt entdecken. Zu jedem Objekt gibt es einen Informationstext und einen Audio-Beitrag (alles auf Englisch!). Perfekt geeignet für eine Reihe zum Thema Religion und Glauben weltweit!
Tipp Nr. 4: Vatikantische Museen in Rom
Gleich fünfzehn verschiedene 360°-Rundgänge bietet das Online-Angebot der berühmten Vatikanischen Museen – sehr praktisch, um die fantastischen Wand- und Deckenbemalungen ohne Nackenschmerzen zu betrachten. Für den Religionsunterricht besonders ergiebig ist der Zugang zu Meisterwerken der Kunst, u.a. auch zeitgenössischer Künstler wie Vincent van Gogh (Pietà), Henri Matisse (La Vierge à L’Enfant) oder Marc Chagall (Le Christ et le peintre).
Tipp Nr. 5: Das Bibelhaus in Frankfurt
Hier gibt es neben Videos und Audios auch die virtuelle Ausstellung „G*tt w/m/d – Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten“, die eure Lernenden mit auf eine beeindruckende Erkundungsreise nimmt. Sehr zu empfehlen!
Tipp Nr. 6: Das Pergamonmuseum in Berlin
Hier könnt ihr virtuell durch verschiedene Räume des Museums gehen, in der Online-Sammlung nach bestimmten Kunstwerken suchen oder euch ein 3-D-Modell des berühmten Pergamonaltars anschauen.
Mögliche Erkundungsaufgaben für virtuelle Museumstouren
Je nach Angebot können eure Lerngruppen verschiedene Aufgaben ggf. arbeitsteilig bearbeiten, zum Beispiel:
- Kunstbild oder -figur betrachten und interpretieren – Die vielfältigen Online-Sammlungen der Museen ermöglichen den Zugang zu verschiedensten Kunstwerken, die sich mit klassischen Aufgaben der Bilddidaktik erschließen lassen.
- „Ich sehe was, was du nicht siehst“ – Dieses Spiel funktioniert auch virtuell: Einzeln schauen sich die Schülerinnen und Schüler im Museum um. Jede/r merkt sich einen besonderen Gegenstand (z. B. ein Gemälde, eine Figur, ein besonderes Exponat) und beschreibt ihn anschließend der Gruppe. Die anderen Gruppenmitglieder müssen den Gegenstand erraten.
- Künstler-Profile – Aufgabe ist es, je Gruppe eine/n bestimmte/n Künstler/in auszuwählen und für ihn/sie ein Social Media Profil anzulegen (auf Papier!). Die Gruppen können sich auch Postings ihres Künstlers überlegen und ihn/sie in heutiger Zeit sprechen zu lassen.
Ihr sucht nach weiteren virtuellen Lernorten?
Dann entdeckt die Tipps in unseren Beiträgen zu den virtuellen Rundgängen in Kirchen, Synagogen und Moscheen:
- In diesem Blogbeitrag stellen wir euch sechs virtuelle Kirchentouren vor.
- In diesem Blogbeitrag findet ihr Tipps für virtuelle Touren durch verschiedene Synagogen.
- In diesem Blogbeitrag findet ihr Anregungen für virtuelle Touren durch verschiedene Moscheen.
Habt ihr noch weitere Tipps für außerschulische Lernorte für den Religions- und Ethikunterricht – ob „in echt“ oder virtuell? Teilt sie uns gern über die Kommentarfunktion mit!














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