Mein Name ist Martina Schymanski. Ich unterrichte Deutsch und Katholische Religionslehre an der Städtischen Gesamtschule Heiligenhaus in Nordrhein-Westfalen. Ich wirke außerdem als Autorin an den Lehrwerksreihen Leben gestalten und Einfach Leben mit.
Wie begeisterst du deine Lernenden für das Fach Religion?
Ich lebe meine Liebe für das Fach ganz authentisch vor. Wenn ich selbst begeistert und motiviert bin, kann ich das Feuer und die Leidenschaft an die Lernenden weitergeben. Dafür setze ich mich im Alltag immer wieder neu mit dem Fach auseinander.
Was ist dein bester Unterrichtsstart für müde Lerngruppen?
Der beste Unterrichtsstarter kann sein, dass sich jeweils 3-4 Lernende gegenseitig in einer Form ihrer Wahl („Guten Morgen“/„Hi“ sagen, Handschlag, Faust …) begrüßen. Ich mache da natürlich mit. 🙂 Wichtig ist, dass sich jeder Schüler und jede Schülerin angesprochen fühlt und zum Nachdenken oder Mitwirken aufgefordert wird. Für das Fach Religion kann man beispielsweise eine Assoziationskette bilden. Die Lehrkraft gibt ein Thema vor und die Lernenden sollen daraufhin Wörter nennen, die ihnen im Zusammenhang damit einfallen. Wenn möglich, stehen alle Schülerinnen und Schüler auf. Wenn jemand eine Antwort gegeben hat, darf sich die Person hinsetzen und eine weitere Person drannehmen. Sobald alle sitzen, ist die Assoziationskette abgeschlossen.
Was ist dein ultimativer Tipp gegen Unterrichtsstörungen?
TZI (Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn): „Störungen haben Vorrang“, also frage ich zu Beginn der Stunde, was die Lernenden heute mitbringen. Ich frage Befindlichkeit und Besonderheiten ab. Sobald etwas ausgesprochen ist, hat es weniger Gewicht. Während des Unterrichts versuche ich nonverbal zu arbeiten und den Lernenden zu signalisieren, dass sie von mir gesehen werden. Im passenden Augenblick suche ich das Gespräch.
Wie greifst du aktuelle Themen im Unterricht auf?
Ich frage die Schülerinnen und Schüler, was sie mitbekommen haben, nehme diese Themen als Gesprächsanlässe auf und bearbeite sie wertschätzend mit den Lernenden gemeinsam. Durch den gemeinsamen Prozess werden persönliche Fragen sichtbarer. Somit begleite ich die Lernenden mithilfe von Impulsfragen in ihrem Denkprozess.
Wie differenzierst du im Religionsunterricht?
Ich lasse die Lernenden aus unterschiedlichen Aufgaben auswählen. Besonders sinnvoll ist es, unterschiedliche Sinne anzusprechen, da die Schülerinnen und Schüler über verschiedene Kanäle lernen. Ich lasse die Lerngruppe über Methoden und Ähnliches mitbestimmen. Das wird mit den Schülerinnen und Schülern auch reflektiert. So können sie selbst einschätzen, was sie brauchen und wie sie am besten lernen können. Somit steigt auch die intrinsische Motivation, sich mit Lerninhalten auseinanderzusetzen.
Vielen Dank für das Gespräch, liebe Martina Schymanski!
PS: Habt ihr Lust, bei unserer Interviewreihe mitzumachen und unsere Fragen zu beantworten? Dann schreibt einfach eine E-Mail an reli-ethik@klett.de! Wir freuen uns auf viele interessante Gespräche und einen wertvollen Erfahrungsaustausch hier in unserem Blog.


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