Reli-Ethik-Blog
Religion, Ethik und Philosophie bei Klett

Weihnachtstraditionen im Wandel

Nicht nur unser Alltag mit seinen üblichen Herausforderungen und Glücksmomenten hat sich verändert, mit ihm wandeln sich auch die Feste und Traditionen. Sie passen sich der heutigen Lage in gewisser Weise an und werden unter anderem dadurch „bunter“, dass verschiedenste Kulturen aufeinandertreffen. Findet gemeinsam mit eurer Lerngruppe heraus, wie sich Weihnachtstraditionen im Lauf der Zeit verändert haben!

Bei den Großeltern wurde das Weihnachtsfest in vielen deutschen Familien als Fastenzeit zelebriert, an die Mitmenschen und die Gemeinschaft gedacht. Die Krippe, das traditionelle Weihnachtssingen sowie die Teilnahme am Gottesdienst, waren feste Bestandteile des Weihnachtsfestes. Dies hat sich offensichtlich gewandelt und Weihnachten sogar eine andere Bedeutung gegeben.

Weihnachtstraditionen in verschiedenen Ländern

Auch wenn das Weihnachtsfest in anderen Ländern ebenfalls einem Wandel unterliegt, wird manchmal noch traditionell gefeiert: In Großbritannien werden die am Morgen ausgepackten Geschenke mit der Weihnachtsbotschaft des Königshauses, Truthahn oder Roastbeef und einem „Christmas Cracker“ gefeiert, welcher mit kleinen Geschenken gefüllt ist. In Rumänien hat das Sternsingen und dabei von Haus zu Haus gehen besonderen Stellenwert. Die Gesangsgruppen werden von einer „Capra“ begleitet; eine als Ziege verkleidete Person, die für Unterhaltung sorgt. In Mexiko gehen die Kinder ebenfalls von Haus zu Haus, fragen hier aber nach einer „Herberge“, in welcher der Abend mit Spielen, Gebeten und Feuerwerk zelebriert wird. In der Ukraine trifft sich am Heiligabend vor Weihnachten, hier am 6. Januar, die gesamte Verwandtschaft, um die zwölf Fastenspeisen (12 Apostel Christi) einzunehmen. Das Singen und Spielen besitzen eine immense Wichtigkeit, ebenso wie der Genuss einer süßen Getreidespeise, für die nicht nur für die Anwesenden, sondern auch für die Verstorbenen Löffel bereitgelegt werden.

Traditionen im Wandel

Heutzutage liegt der Fokus in der Weihnachtszeit stark auf dem Kommerz; sei es für das eigene „Wohl“ oder auch andere Menschen, die beschenkt werden wollen. Schon Wochen und teilweise Monate vor Weihnachten veräußern die Läden Weihnachtsdeko, Stollen und Glühwein. Unsere Weihnachtsmärkte mit Punsch, Puffer und Kunsthandwerk waren im Mittelalter nur ein Handelsmarkt, auf dem Händler sogar nicht-weihnachtliche Waren anboten. Auch das Singen und Aufsagen von Gedichten, früher Standard, wird heute nicht mehr vorausgesetzt, bevor es Geschenke gibt.

Weihnachtstraditionen im Wandel im Religions- und Ethikunterricht

In den Schulen treffen verschiedenste Kulturen aufeinander und bieten die Chance, gemeinsam neue Traditionen zu entwickeln und von den Mitschülern und Mitschülerinnen zu lernen. Ihr könnt eure Klasse bitten, verschiedene Gegenstände mitzubringen, die in ihren Familien nicht fehlen dürfen (nach der ukrainischen Tradition wäre das zum Beispiel ein Löffel, der für einen Verstorbenen gedacht ist). Weiter können die Schüler und Schülerinnen von weihnachtlichen Ritualen berichten und ihre Eltern und Großeltern dazu befragen. Anschließend können sie sich Gedanken darüber machen, ob diese Traditionen noch gepflegt werden oder sich verändert haben und was das über die Bedeutung des Weihnachtsfestes aussagt. Schön wäre es außerdem, wenn die Lerngruppe abschließend intensiver darüber nachdenkt, ob das Weihnachtsfest zukünftig ein Fest des Konsums oder der Liebe sein sollte.

Kostenlos zum Download

Weihnachten sollte das Fest der Liebe und Empathie sein und uns an die wesentlichen Dinge denken lassen. Die Menschen und Tiere in unserer Mitte sollten wir mit Respekt behandeln, unabhängig ihrer Merkmale und ihres Glaubens. Möglicherweise kann die Schule der Ort sein, welcher uns in der Weihnachtszeit an das ursprüngliche Weihnachten und weniger an den Kommerz denken lässt.

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Über die Autorin

Lara Bechem

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