Seine Metapher der unsichtbaren Hand, die den freien Markt lenkt, ist bis heute ein leitendes Prinzip innerhalb der Wirtschaftswissenschaften. Dabei ging es Smith in seinen Werken vor allem darum, durch eine stabile Wirtschaftslage den allgemeinen Lebensstandard zu verbessern.
Studienaufenthalte in Glasgow und Oxford
Adam Smith wurde am 16.06.1723 in der schottischen Hafenstadt Kirkcaldy in der Nähe von Edinburgh geboren. Seine Eltern stammten beide aus wohlhabenden Familien, wobei Adams Vater ein halbes Jahr vor seiner Geburt verstarb. Zu seiner Mutter hingegen hatte Adam Smith ein sehr vertrautes Verhältnis. Nach seiner Schulzeit in Kirkcaldy und seinem Studium in Glasgow erhielt er im Alter von 17 Jahren ein Stipendium, um an der Eliteuniversität in Oxford Philosophie studieren zu können. Smith interessierte sich dabei vorrangig für philosophische Ansätze, die sich mit aktuellen Fragestellungen seiner Zeit auseinandersetzen, wohingegen er die geistliche Ausrichtung der Universität zunehmend kritisierte. Nach seinem Abschluss wurde Smith 1751 an die Universität in Glasgow berufen, um dort den Lehrstuhl für Moralphilosophie zu übernehmen. Unter dieser Disziplin fielen damals nicht nur philosophische Teilgebiete, sondern auch Geistes- und Gesellschaftswissenschaften im Allgemeinen, wozu auch die Ökonomie zählte. 1764 verließ er die Universität für eine Anstellung als Privatlehrer in Frankreich, was ihm eine intensivere Arbeit an seinen eigenen Werken ermöglichte. Kurz vor seinem Tod kehrte Adam Smith nach Edinburgh zurück, um dort eine Stelle als Zollkommissar anzutreten, bevor er am 17.07.1790 im Alter von 67 Jahren verstarb.
Vom Moralphilosophen zum Begründer der Ökonomie
Adam Smith gehört zu den Philosophen, deren Veröffentlichungen bereits zu Lebzeiten auf große Resonanz stießen. In seinem Werk „The Theory of Moral Sentiments“ (dt.: „Theorie der ethischen Gefühle“) von 1759, welches Smith als sein eigentliches Hauptwerk betrachtete, beschäftigt er sich mit der Frage nach der Fähigkeit des Menschen, moralisch handeln zu können. Moral beruhe dabei nicht auf rationalen Abwägungen, sondern auf moralischen Emotionen, insbesondere auf dem Gefühl der Sympathie. Darunter versteht Smith die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, wodurch geprüft werden kann, ob einem die Gefühle und Handlungsweisen einer Person in einer konkreten Situation nachvollziehbar erscheinen. Da Smith grundsätzlich davon ausgeht, dass Emotionen wie Freude oder Leid bei allen Menschen ähnlich und somit vergleichbar sind, lassen sich Handlungen aus dieser Außenperspektive moralisch bewerten.
Als weitaus einflussreicher entpuppte sich jedoch Smiths zweites Hauptwerk, welches 1776 unter dem Titel „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“ (dt.: „Der Wohlstand der Nationen“) erschien. In diesem fünfbändigen Werk ging es Smith vorrangig um eine kleinteilige Beschreibung ökonomischer Prinzipien, um daran anschließend der Frage nachgehen zu können, auf welche Weise ein kapitalistisches Wirtschaftssystem möglichst vielen Menschen zu Wohlstand verhelfen könnte. Bestimmte Aspekte sind für ihn in diesem Zusammenhang entscheidend. So lehnt Smith eine Reglementierung des Marktes durch staatliche Beschränkungen vehement ab und schreibt stattdessen dem Prinzip der Arbeitsteilung eine wichtige Funktion zu, demzufolge jede Person der Arbeit nachgehen sollte, die sie am besten kann. Auf diese Weise ließen sich Arbeitsprozesse effizienter gestalten, was gleichzeitig auch dem Eigennutz eines jeden Menschen zugutekommen würde, da die generierten Gewinne wiederum für die Befriedigung eigener Bedürfnisse und Interessen genutzt werden könnten. Eine solche Gewinnmaximierung dürfe jedoch nicht den Reichtum einiger wenigen befördern, sondern soll langfristig zu mehr Wohlstand in der gesamten Bevölkerung führen, sodass sich die Lebensumstände im Allgemeinen verbessern und sich individuelle Bedürfnisse erfüllen lassen. Durch die „unsichtbare Hand des Marktes“ würde auf diese Weise der größtmögliche gesellschaftliche Reichtum und damit das höchste Glück auch für den einzelnen Menschen erreicht.
Bei seinen Ansätzen ging es Adam Smith darum, kapitalistische Wirtschaftssysteme profitabler und gleichzeitig weniger ausbeuterisch zu gestalten. Dafür bedürfe es auch der Aufklärung von Verbrauchern, die durch ihr Konsumverhalten den Markt maßgeblich bestimmen. Vor allem müssten diese dazu gebracht werden, auch den Preis für ein Produkt zu zahlen, welcher die tatsächliche Belastung von Arbeitern und Umwelt widerspiegelt.


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