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Philosoph des Monats: Otfried Höffe

Die Arbeiten und Einführungen von Otfried Höffe sind für die zeitgenössische Philosophie von großer Bedeutung und erleichtern vielen Menschen den Einstieg in die praktische Philosophie. In diesem Jahr wird der deutsche Philosoph 81 Jahre alt.

Die Frage nach einer gerechten Gesellschaft hat bis heute an Aktualität nichts verloren, sondern stellt die Menschen immer wieder vor neue Herausforderungen. Dabei geht es beispielsweise darum, auf welche Grundwerte und Rechte man sich einigen sollte, damit ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Der deutsche Philosoph Otfried Höffe beschäftigt sich sein Leben lang intensiv mit diesem Thema und setzt sich dafür immer wieder mit den klassischen Ansätzen der Philosophie in diesem Bereich auseinander. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen vor allem in der politischen Philosophie und in der angewandten Ethik.

Politische und akademische Tätigkeitsbereiche

Otfried Höffe wurde am 12.September 1943 in Leobschütz im heutigen Polen geboren und studierte Philosophie, Theologie und Soziologie in verschiedenen Städten, darunter Münster und München. Nach seiner Promotion 1971 zur praktischen Philosophie von Aristoteles habilitierte er sich 1974 in München im Fach Philosophie mit der Arbeit „Strategien der Humanität. Zur Ethik öffentlicher Entscheidungsprozesse“. 1976 wurde Höffe ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Duisburg und hatte danach verschiedene Lehraufträge in Deutschland und der Schweiz. Neben seinen Tätigkeiten im akademischen Bereich war er von 2009 bis 2015 als Präsident der Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin der Schweiz im Amt. Darüber hinaus war er Teil des Expertenrats Corona, dessen Mitglieder von 2020 bis 2021 Strategien für die Zeit nach der Corona-Krise erarbeiten sollten.

Otfried Höffe: Ein Experte im Bereich der Praktischen Philosophie

Otfried Höffe ist vor allem bekannt für seine Arbeiten innerhalb der Ethik und der politischen Philosophie, wobei er sich vorrangig mit den Philosophen Immanuel Kant und Aristoteles beschäftigt. In seinen Arbeiten setzt er sich kritisch mit deren Ansätzen auseinander und diskutiert dabei deren Bedeutung in Bezug auf aktuelle Themen. Vor allem interessiert sich Höffe für demokratische Gesellschaften der Modernen. Seiner Ansicht zufolge sind Demokratien die beste Voraussetzung dafür, dass die zum Wesen des Menschen gehörende Freiheit in einem konstitutionellen Rahmen umgesetzt werden kann. Dabei fragt er auch nach den Voraussetzungen, durch die moderne Gesellschaften zusammengehalten werden.

Bekannt ist Otfried Höffe neben seiner inhaltlichen philosophischen Arbeit auch für seine Einführungen in verschiedene Bereiche der Philosophie. Daneben widmet sich Höffe in seinen Büchern auch anderen Themen. In „Die hohe Kunst des Alterns. Kleine Philosophie des guten Lebens“ (erschienen 2018) thematisiert er beispielsweise das Phänomen des Alterns, welchem eine existenzielle Bedeutung zukommt. Seiner Meinung nach wird das Thema oft auf eine funktionale oder ökonomische Dimension verkürzt. Für Höffe dagegen stellen philosophische Altersdiskurse auch eine ethische Fragestellung dar, bei denen sowohl die medizinische Ethik als auch die praktische Lebenserfahrung mit einbezogen werden müssen. Diese Diskurse werden maßgeblich durch das vorherrschende Bild von alternden Menschen in der Gesellschaft beeinflusst. Höffe plädiert für ein Hervorheben der positiven Aspekte einer älter werdenden Gesellschaft. Durch den medizinischen Fortschritt gewinnen Menschen an aktiver Lebenszeit dazu – ein Potenzial, welches durch die Umgestaltung sozialer Lebensräume besser ausgeschöpft werden könnte.

In diesem Kontext beschreibt Höffe das Altern als Fähigkeit, die in der Entwicklung neuer Interessen besteht und von Höffe als „Lebenskunst des Alterns“ beschrieben wird. Diese Lebenskunst umfasst dabei körperliche, geistige, soziale und emotionale Dimensionen und sollte bereits in jüngeren Jahren trainiert werden. Gleichzeitig müssen gesellschaftliche Strukturen die Entwicklung und Anwendung dieser Fähigkeiten auch zulassen, um so ein Altern in Würde zu ermöglichen.

Höffes Arbeiten bieten nicht nur einen umfangreichen und kritischen Einstieg in das weite Themenfeld der praktischen und politischen Philosophie. Er zeigt in seinen Texten auch auf, wie sich klassische Ansätze der angewandten Ethik auf heutige Fragestellungen übertragen lassen und bei der Suche nach Lösungswegen hilfreich sein können.

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Über die Autorin

Miriam Dalege

Ich bin im Ernst Klett Verlag als Werkstudentin in der Redaktion Religion/Ethik tätig und studiere parallel dazu Kommunikationswissenschaft und Philosophie im Master.

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