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Philosoph des Monats: Arthur Schopenhauer

Mit seiner pessimistischen Grundauffassung, dass alles Leben Leiden ist, zählt Arthur Schopenhauer bis heute zu den deutschen Philosophen, deren Werk besonders kontrovers diskutiert wird.

Den Aussagen Arthur Schopenhauers kann man ambivalent gegenüberstehen. Auf der einen Seite werden seine philosophischen Ansätze bis heute diskutiert. Auf der anderen Seite ist er jedoch für seine abwertenden Bemerkungen gegenüber Frauen und sein allgemein negatives Menschenbild bekannt, was in jedem Fall Anlass zu Kritik an seinem Denken bietet.

Vom Kaufmann zum Philosophen

Arthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 in Danzig als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren, deren Betrieb er einmal übernehmen sollte. Aus diesem Grund besuchte er bereits in jungen Jahren eine kaufmännische Schule. Auf seinen Wunsch, im Anschluss daran auf das Gymnasium zu wechseln, reagierte sein Vater mit Ablehnung. Stattdessen unternahm er mit seinem Sohn eine gemeinsame Bildungsreise, bevor dieser eine Kaufmannsausbildung anfing. Nach dem Tod des Vaters 1805 brach Schopenhauer seine Lehre ab und begann 1809 in Göttingen mit dem Studium der Medizin und der Philosophie, welches er sich durch das väterliche Erbe finanzieren konnte.

Seine Doktorarbeit schrieb er jedoch nur in Philosophie, die er im Oktober 1813 an der Universität Jena abschloss. Danach arbeitete er an verschiedenen Texten und veröffentlichte sein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“, welches jedoch viele Jahre nur wenig beachtet wurde. Zudem trat er eine längere Reise nach Italien an, die er aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten unterbrechen musste, um für einige Jahre an der Berliner Universität als Dozent zu arbeiten. Dort stand er in großer Konkurrenz zu Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der ebenfalls zu dieser Zeit in Berlin lehrte. 1831 ging Arthur Schopenhauer nach Frankfurt am Main, wo er bis zu seinem Tod lebte und am 21. September 1860 an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb.

Alles Leben ist Leiden

Auch wenn Arthur Schopenhauer zu Lebzeiten nur begrenzt Erfolge mit seinen Werken verbuchen konnte, so hatten diese im Nachhinein einen großen Einfluss auf die Philosophie. Die meisten seiner Grundgedanken entwickelte er in seinem zweibändigen Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ von 1844, wobei die Erstauflage des ersten Bandes bereits 1819 erschienen. In diesem unterscheidet Schopenhauer grundsätzlich zwischen zwei verschieden Arten, die Welt zu betrachten. Auf der einen Seite präsentiert sie sich dem Menschen als Vorstellung, wobei sich diese erst aus den Wahrnehmungen des Subjekts ergibt. Im Gegensatz dazu bestimmt Schopenhauer den Willen als etwas, der allen Dingen in der Welt als allgegenwärtiger, nicht weiter bestimmbarer „Wille-zum-Leben“ zugrunde liegt. Dieser Wille lässt sich als ein Trieb nach der größtmöglichen Entwicklung eines Lebewesens beschreiben, von dem das eigene Handeln maßgeblich gelenkt wird. Der Mensch ist dabei als einziges Lebewesen in der Lage, diesen Willen bewusst wahrzunehmen. Dies ermöglicht ihm gleichzeitig einen besonderen Zugang zur Welt, da er diesen Willen als das einheitsstiftende Prinzip zwischen allen Lebewesen erkennen kann.

Die Annahme eines individuellen und freien Willens, wie sie beispielsweise Kant vertritt, wird von Schopenhauer als Illusion verworfen.

Dieser Wille hat zur Folge, dass der Mensch permanent verschiedenen Bedürfnissen wie beispielsweise Hunger oder Durst ausgesetzt ist, die zu keinem Zeitpunkt anhaltend befriedigt werden können. Aus diesem Grund erlebt der Mensch sein eigenes Dasein als permanenten Mangel, was zu einem grundsätzlichen Leiden führt, von dem das Leben geprägt ist. Dabei ist der Mensch als einziges Lebewesen in der Lage, dieses Leiden auch bei anderen Lebewesen wahrzunehmen, was zu einem Gefühl von Mitleid führen kann. Handlungen aus Mitleid haben dabei nicht zum Ziel, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern fremdes Wohl zu fördern. Der Mensch kann dabei nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit Tieren Mitleid empfinden und aus diesem Gefühl heraus handeln. Allein Handlungen aus reinem Mitleid, die nicht gleichzeitig auch egoistische oder boshafte Absichten verfolgen, werden von Schopenhauer als moralisch bezeichnet. Deshalb wird sein ethischer Ansatz als „Mitleidsethik“ bezeichnet.

Bis heute wird Arthur Schopenhauer von vielen kritisiert, bietet jedoch gleichzeitig auch interessante Ansätze, die immer wieder zu neuen Denkanstößen führen können.  

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Über die Autorin

Miriam Dalege

Ich bin im Ernst Klett Verlag als Werkstudentin in der Redaktion Religion/Ethik tätig und studiere parallel dazu Kommunikationswissenschaft und Philosophie im Master.

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